GfK ConsumerScan: 2011 war das Jahr der Verbraucher
08.02.2012 · Handel · Markt-StudieDie Studie stellt europaweit Verbraucher-Kennwerte dar und zeigt deren Entwicklung auf.
Die deutsche Konjunktur wächst offensichtlich mit ihren Aufgaben und kann weiterhin an Stärke zulegen, obwohl das Land ein Gros der Rettungskosten schultert. Der Süden Europas hingegen balanciert am Abgrund und die einstigen Wachstumsstars sind auf dem Boden der Realität gelandet. Während andere Länder mit hohen Arbeitslosenquoten zu kämpfen haben, geht diese in Deutschland zurück und die positive Folge ist ein stabiles Konsumverhalten, das sich vor allem bei den Verkaufszahlen technischer Gebrauchszahlen zeigt. Der entsprechende GfK-Indikator verrät, dass dieser Wert hierzulande beständig steigt.
Umsätze, die aus Fast Moving Consumer Goods (FMCG) generiert werden, entwickelten sich 2011 in den meisten Euroländern positiv. Der Hauptgrund für die höheren Umsätze war flächendeckend der gleiche: höhere Preise aufgrund gestiegener Rohstoffkosten. Diese Produkte zeichnen sich durch Qualität, Frische, Nachhaltigkeit und Regionalität aus. Die Umsatzentwicklung der FMCG-Sortimente bleibt jedoch hinter der des LEH zurück, weil der Fachhandel weiterhin Marktanteile gegenüber den anderen Vertriebsschienen verliert. Im Jahresdurchschnitt lag die Steigerungsrate im Bereich des LEH (inklusive Drogeriemärkte) bei knapp drei Prozent, in den letzten vier Monaten oszillierte sie sogar um die Vier-Prozent-Marke. Vor allem die neuen Supermarktkonzepte von Edeka und Rewe machen den spezialisierten Geschäften zu schaffen, weil die großen Einzelhändler selbst in immer größerem Umfang und immer besserer Qualität das klassische Fachhandelssortiment anbieten – Beratung und Service eingeschlossen. Auch andere Sortimentsbereiche wie Geflügel, Molkereiprodukte oder Getränke haben die Umsatzentwicklung unterstützt.
Seit 2007 schrumpfte die Zahl der Käufer von Schlecker um mehr als sechs Millionen und allein im letzten Jahr waren es zwei Millionen Käuferhaushalte weniger. Kauften vor fünf Jahren noch rund 60 Prozent aller Haushalte bei Schlecker ein, waren es 2011 nur noch 43 Prozent. Gründe gibt es mehrere: weniger Filialen, Mitarbeiterkündigungen, versuchte Umstellung auf Leiharbeit, geringe Vertrauenswerte und überteuerte Preise. Rund 41 Prozent der Umsätze, die Schlecker im besagten Zeitraum verloren hat, sind anderen Drogeriemärkten zugute gekommen. Rund ein Drittel des Kundenstammes haben Super- und Verbrauchermärkte übernommen und ca. 23 Prozent haben sich Discounter sichern können. Damit geht auch ein Markenwechsel einher - die Handelsmarke gewinnt, Markenartikel verlieren.
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