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Goldmedia: 3,7 Milliarden Glücksspiel-Potenzial

Goldmedia: 3,7 Milliarden Glücksspiel-Potenzial

19.05.2010 · Geldgeschäfte · Markt-Studie
Goldmedia, Berlin
Goldmedia, Berlin

Die Studie analysiert die Auswirkungen des Glücksspielstaatsvertrages (GlüStV) und beschreibt unterschiedliche Entwicklungsszenarien bis 2015.

Am Donnerstag beginnen in der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz Anhörungen von Marktpartnern in Vorbereitung zum neuen Glücksspielstaatsvertrag. Die Berliner Medienberatung Goldmedia hat im Vorfeld mehrere Szenarien durchgerechnet, wie sich der Lotto- und Wettmarkt entwickelt, sollten sich die Länder zu einer Lockerung der restriktiven Regelungen des Glücksspielstaatsvertrages aus dem Jahr 2008 durchringen.

Goldmedia moniert vorweg, dass sich derzeit große Teile des deutschen Glücksspielmarktes unkontrolliert entwickeln und von ausländischen Anbietern abgeschöpft werden. "Die Folgen sind fiskalische Einbrüche bei Staatseinnahmen und Sportsponsorings sowie das weitere Abwandern der Spieler auf ausländische Glücksspiel-Angebote, ganz besonders im zunehmend attraktiven Online-Bereich“, so die Forscher in der Studie "Glücksspielmarkt Deutschland 2015".

Drei Entwicklungsszenarien bis 2015 rechnet Goldmedia vor: Im Szenario eins bleiben die restriktiven Vorschriften des Glücksspielstaatsvertrages auch nach der Neuverhandlung bestehen. Damit gingen dem regulierten Glücksspielmarkt bis 2015 gegenüber 2009 weitere 1,5 Milliarden Euro (Bruttospielerträge) verloren, so die Studie. Der Anteil des unregulierten Marktes, der vor allem aus ausländischen Onlineangeboten bestehe, würde weiter ansteigen und nach Goldmedia-Prognosen von 22 Prozent (2009) auf knapp 30 Prozent des Gesamtmarktes im Jahr 2015 anwachsen.

Im zweiten Fall kommt es zu einer "sanften Regulierung“. Gemeint ist die regulierte Zulassung privater Anbieter – insbesondere bei der Lottovermittlung und bei Sportwetten sowie zur Erlaubnis von Glücksspielwerbung ähnlich der Situation in Deutschland vor Einführung des Glücksspielstaatsvertrages. Hier würde das Marktvolumen im regulierten Bereich im Jahr 2015 um 1,9 Milliarden Euro höher liegen als 2009. Gegenüber dem Ist-Szenario entstünden dadurch im Jahr 2015 über 3,4 Milliarden Euro Zusatzerlöse. Der Anteil des unregulierten Marktes würde 2015 den Autoren zufolge nur noch rund elf Prozent betragen. "Stationäre Wettangebote sowie die online erwirtschafteten Umsätze durch Sportwetten und Lottoangebote könnten wieder legalisiert werden und in Deutschland für versteuerbares Einkommen sorgen“, heißt es.

Bei Szenario drei kommt es zu einer umfangreichen Marktöffnung. Dann würde das Plus im regulierten Gesamtmarkt bei 3,7 Milliarden Euro gegenüber 2009 liegen. In diesem Szenario – in etwa mit der aktuellen Situation in Großbritannien vergleichbar – gebe es zusätzlich eine freiere Konzessionierung im Sportwettenbereich, ferner wären Online-Vertrieb für Casino-Produkte und private Anbieter für Online-Casinospiel erlaubt. Der unregulierte Markt würde im Jahr 2015 mit lediglich ein Prozent Marktanteil kaum noch eine Rolle spielen. "Der zurzeit hohe Schwarzmarkt-Anteil im Sportwettenbereich von 2009 geschätzten 1,0 Milliarden Euro Spieleinsatz würde gleichzeitig an Größe verlieren. Gegenüber dem Jahr 2015 im Ist-Szenario entstünde in diesem Modell ein zusätzliches jährliches Marktvolumen nach Bruttospielertrag in Höhe von über fünf Milliarden Euro“, so die Studie.

Alles in allem besagt die Studie, dass Veränderungen auf dem Glücksspielmarkt starke gesamtwirtschaftliche Auswirkungen haben werden. Abhängig sind zum Beispiel der Werbemarkt, damit auch die Medien- und Telekommunikationsbranche sowie das Gaststättengewerbe. Hauptsächlich profitieren die Landeshaushalte durch Steuer- und Zweckabgaben, die mit dem Glücksspiel generiert werden. Seit 2005 fehlen in den Länderkassen kumuliert 2,4 Milliarden Euro, so die Studie.

Studienautor Michael Schmid betont: "Ohne Onlinevertrieb ist der Glücksspielmarkt heute nicht mehr zeitgemäß. Zudem bewirken die aktuellen Regelungen, dass neben dem regulierten und erlaubten Markt vor allem der sogenannte unregulierte Markt weiter anwächst – ein Bereich, der von privaten Anbietern überwiegend mit Lizenzen im Ausland betrieben wird und heute rund 1,5 Milliarden Euro, damit ca. 25 Prozent der Bruttospielerträge ausmacht. Mit dem Schwarzmarkt, der sich im Bereich der Sportwetten entwickelte, sind es sogar 1,7 Milliarden Euro. Diese Marktanteile könnten nach Deutschland zurückgeholt werden."

Informationen zur Studie finden Sie hier.

kostenlos unter oben angegebenem Link bestellbar

Goldmedia GmbH Media Consulting & Research

Katrin Penzel
Tel.: +49 (0)30/ 246 2660
katrin.penzel@goldmedia.de
 
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