KidsVerbraucherAnalyse 2010
10.08.2010 · Media-Studie · Mediennutzung KinderDie Auflagen sind rückläufig und die Konkurrenz durch das Web ist groß. Dennoch bleibt die Leselust der Kinder laut KidsVerbraucherAnalyse auf hohem Niveau. Die höchste Reichweite verzeichnet das "Micky Maus-Magazin".
Trotz vielfach rückläufiger Auflagen sowie Konkurrenz durch das Internet bleibt die Leselust der Kinder auf hohem Niveau. Das geht aus der heute veröffentlichten KidsVerbraucherAnalyse (KVA) des Berliner Egmont Ehapa Verlags hervor. 95 Prozent der Kinder geben an, in ihrer Freizeit Bücher oder Zeitschriften zu lesen. Die in diesem Jahr in der KVA abgefragten 44 Kinderzeitschriften haben allein 4,35 Millionen regelmäßige Leser – das sind rund 70 Prozent aller 6- bis 13-Jährigen. Am meisten gelesen werden Disney-Titel: Das wöchentliche „Micky Maus-Magazin“ vom Egmont Ehapa Verlag bringt es auf eine Reichweite von 627.000 jungen Lesern oder 10,1 Prozent aller sechs- bis 13-Jährigen. Das monatliche „Disney Lustiges Taschenbuch“ aus dem gleichen Verlag kommt auf 473.000 Leser, „Just Kick-it!“ vom Panini Verlag auf 415.000 Leser (siehe interaktive Grafik)
Aussagen zur Entwicklung der Reichweiten sind in der diesjährigen KVA jedoch nicht erwünscht. Denn ähnlich wie bei der Media-Analyse (MA) Pressemedien beziehungsweise der MA Tageszeitungen wurde auch bei der KVA die Methodik angepasst: So wurde die Grundgesamtheit um deutschsprachige Ausländer erweitert. Damit repräsentiert die KVA nun 6,2 Millionen deutschsprachige Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren. 2009 waren es 5,7 Millionen gewesen. Aber auch wenn keine unmittelbaren Vergleiche möglich sind, dürfte kaum einer widersprechen, dass bei Kindermagazinen ein ähnlich rückläufiger Trend auszumachen ist wie bei anderen Kiosktiteln. Schließlich wirkt sich die Konkurrenz mit anderen Medien um Zeit und Geld der Kids nicht eben positiv auf die Leserzahlen aus. Als die Eltern der heutigen Kinder noch jung waren, lag die Reichweite des „Micky Maus“-Heftes bei mehr als einem Viertel aller Kinder.
Vielleicht greifen deswegen auch heute noch viele Eltern gerne zu Kindermagazinen – sei es, dass Vater und Mutter mit- oder ihren Kindern vorlesen. Am häufigsten ist dies bei „Micky Maus-Magazin“, „Disney Lustiges Taschenbuch“ sowie „Geolino“ der Fall. Für Ingo Höhn, Geschäftsleiter Anzeigen des Egmont Ehapa Verlages, unterstreichen die fast 4,4 Millionen Leser jedenfalls nach wie vor die „außergewöhnlich hohe Bedeutung, die Zeitschriften für Kinder haben“. Und für Inserenten sei „Kinderprint“ als leistungsstarkes Werbemedium in dieser Zielgruppe unverzichtbar, so Höhn.
Die KVA liefert auch neue Zahlen zur Online-Nutzung: Drei von vier Kindern (4,7 Millionen) verwenden zu Hause einen Computer und mehr als 67 Prozent (4,2 Millionen) waren schon einmal Online. 28 Prozent dieser User sind sogar täglich im Internet unterwegs. Beliebteste Websites sind toggo.de, kika.de und nick.de.
Finanziell sind die jungen Konsumenten – sei es durch die geänderte Methodik oder durch Sparzwang ihrer Eltern – diesmal zwar etwas weniger gut ausgestattet, nach Auffassung der KVA-Herausgeber bleiben sie aber „gut gepolstert“. Monatlich fließen ihnen durchschnittlich 23 Euro Taschengeld zu, hinzu kommen hin und wieder Geldgeschenke. Ein Teil dieses Geldes wird gespart, aber oftmals werden damit auch die kleinen Wünsche des Alltags erfüllt. Dies sind vor allem Süßigkeiten (61 Prozent), Zeitschriften (51) und Eis (32). Ein Vergleich mit den Zeitschriftenpreisen zeigt aber, dass viele Kinder wohl darauf hoffen dürften, dass ihre Eltern die Magazine bezahlen. Das „Micky Maus-Magazin“ kostet am Kiosk 2,30 Euro, für ein „Disneys Lustiges Taschenbuch“ sind fast fünf Euro fällig. Aber auch wenn die Kinder ihre Eltern nicht dazu bringen können, ihnen die Lektüre zu bezahlen – bei vielen Kaufentscheidungen im Haushalt dürfen sie Markenwünsche äußern. Laut KVA werden sie von den Eltern auch oft erfüllt.(cw)
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