Mehr Transparenz in der Ernährungsindustrie gefordert
10.06.2010 · Ernährung/ Nahrungsmittel · Markt-StudieDie Studie informiert darüber, was sich Ernährungsfachkräfte von der Ernährungsindustrie wünschen und was sie vom Ampel-System, Bio- und Convenience-Produkten halten.
76 Prozent der Deutschen sind sich einig: Lebensmittel lassen sich nicht zur Bewertung in Ampelfarben unterteilen. Die drei Farben rot, gelb und grün können die unterschiedlichen Eigenschaften der Lebensmittel nicht ausschöpfend erfassen und vor allem nicht in Bezug auf den individuellen Bedarf bewerten. Lediglich 18 Prozent befürworten die Ampelkennzeichnung, die vom Umweltausschuss des EU-Parlaments als gesetzliches Kennzeichnungssystem für Nährwerte abgelehnt wurde. Auch die mittlerweile weit verbreitete GDA-Kennzeichnung (Guideline Daily Amounts) wird von 70 Prozent der Studienteilnehmer als Verbrauchertäuschung und als zu kompliziert beurteilt. Meist können Verbraucher die Angaben nicht richtig einschätzen, da Portionsangaben sind oft unrealistisch gewählt sind. Das fand das zweiblick-Ernährungspanel heraus.
92 Prozent der Ernährungsfachkräfte sind der Meinung, dass bei ökologischen Erzeugnissen die regionale Ware den Produkten mit weitem Transportweg vorgezogen werden sollte. 39 Prozent finden Bio-Lebensmittel vor allem bei tierischen Produkten aus Gründen des Tierschutzes sinnvoll. Nur drei Prozent empfehlen in der Beratung ausschließlich Bio-Produkte. Im Vergleich dazu bewerten 89 Prozent der Befragten Convenience-Produkte nicht grundsätzlich negativ. Insgesamt wünschen sich 61 Prozent der Ernährungsfachkräfte mehr Transparenz für den Ernährungsmarkt. Wichtig waren den Befragten zudem genauere Angaben zu den Inhaltsstoffen, eine bessere Kommunikation zwischen Experten und Industrie, die Einbeziehung von Ernährungsfachkräften in die Produktentwicklung und mehr Unterstützung der Ernährungsberatung durch Informationsmaterialien.








