TV-Berichte zu Frieden und Konflikten
04.11.2010 · Fernsehen/ TV · Media-StudieDie Studie vergleicht Menge und Tonalität der Fernsehberichterstattung zum Thema Konflikte, Gewalt und Frieden, listet Nationen nach ihrer Friedfertigkeit und gibt einen Richtwert für die Messung des Friedenslevels einzelner Länder.
Die Mehrheit der Sender gleicht ihre Berichterstattung den Ausmaßen der Gewalt in den Ländern an über die sie berichten. Viele der US-amerikanischen Sender widmen allerdings über die Hälfte ihrer Nachrichten und aktuellen Berichten Themen der Gewalt. Auch in Afghanistan enthält ein unverhältnismäßig hoher Anteil Inhalte wie Verteidigungseinsätze oder Kriminalität. Themen wie der Aufbau eines anhaltenden Friedens oder Berichte über eine gut funktionierende Regierung, ein gesundes Wirtschaftsumfeld und gleichmäßige Ressourcenverteilungen innerhalt des Landes stehen hintenan. Das besagt eine aktuelle Studie des Instituts für Wirtschaft und Frieden in Zusammenarbeit mit Media Tenor. Es zeigte sich zudem, dass vier Sendungen mehr als die Hälfte all ihrer Berichte dem Gewalt-Problem widmen: CBS Evening News, Fox Special Report, ABC World News sowie ITV News at 10.
BBC ist mit regelmäßigen Berichten über 67 Länder in der Breite der Berichterstattung führend – das ist doppelt so viel wie der Durchschnitt. Die Themenbreite entscheidet darüber, wie gut ein Zuschauer die Kultur eines anderen Landes versteht. Wenn Medien also keine Schlüsselfaktoren zum Aufbau eines andauernden Friedens liefern, dann können Friedensinitiativen entsprechend wenig auf die Unterstützung des TV-Publikums zählen. Insgesamt machen positive Friedensberichte nur 1,6 Prozent der gesendeten Berichte aus. Dabei handelt es sich vor allem um Reporte über aktive Schritte zur Lösung von Gewaltsituationen.
Europäische Sender zeigen ein ähnliches Niveau der Berichterstattung über den Nahen Osten (27 Prozent) und Nordamerika (29 Prozent). Die US-Sender hingegen interessieren sich mehr für den Nahen Osten (40 Prozent) als für Europa (24 Prozent). Im Nahen Osten wiederum zeigt sich ein stärkeres Interesse für europäische Angelegenheiten (36 Prozent) als für Nordamerika (21 Prozent).
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