N24: Staatskanzleien melden sich zu Wort
Jetzt beschäftigen sich auch die Staatskanzleien mit dem Fall N24. Die Minister überlegen, die News-Pflicht künftig an die Reichweite der Sender zu knüpfen.
Der Fall N24 alarmiert nun auch die Rundfunkreferenten der Bundesländer. Wie die “Süddeutschen Zeitung" in ihrer Freitagsausgabe berichtet, fürchten die Staatskanzleien, dass die Sender der ProSiebenSat.1-Familie keine Nachrichten mehr ausstrahlen könnten, schließlich versorgt N24 auch ProSieben und Sat.1 mit News. Damit – so die Befürchtung – würden weite Teile der Bevölkerung keine Nachrichten mehr empfangen.
Deshalb schlagen die Ministerpräsidenten vor, die News-Pflicht mittels Rundfunkstaatsvertrag künftig an die Reichweite der Sender zu knüpfen. Bisher musste der Status des „Vollprogramms“ erfüllt werden. Spartenprogramme sind von den Verpflichtungen neben Nachrichten auch Regionalprogramme und Beiträge von Drittanbietern auszustrahlen befreit.
RTL-Medienpolitik-Chef Tobias Schmid hält ein Belohnungssystem für die großen Sender angebracht: Der Aufwand der Privaten für kulturell wertvolle Programme sollten etwa durch die Vergabe von Frequenzen oder bei der Positionierung im digitalen Senderangebot entschädigt werden.
Derzeit prüft ProSiebenSat.1 wie der Konzern die hohen Kosten für die Nachrichtenproduktion senken kann. Auch einen Verkauf schließt Konzern-Chef Thomas Ebeling nicht aus.