Das ist aber noch nicht allen Werbungtreibenden klar. Sie experimentieren allesamt noch mit Spots im Internet.
Die großen Markenartikler haben den Kanal längst verstanden. In den USA werben drei Viertel der größten 100 Werbungtreibenden auf YouTube - es geht also nicht mehr darum, Marketeers zu überzeugen, auch wenn noch gelernt wird. Vergleichen Sie es mit der TV-Historie. In den 30er Jahren hat P&G die Soap Opera als Werbeformat für Radio erfunden. Das Unternehmen hat sich damals schlicht Gedanken gemacht, wie die vorhandene Technologie die eigenen Marken stärken kann. Dieser Prozess findet gerade auch im Internet statt.

Die Agenturen machen den Onlinern den Vorwurf, Video-Spots seien nicht wie TV-Werbung buchbar. Zudem ist die Reichweite der einzelnen Formate, beziehungsweise Umfelder stets sehr gering.
Im Fernsehen buchen Kunden Werbeinseln um Inhalte herum. Aber sie wollen eigentlich nur ihre Botschaft an die Zuschauer bringen. Ich glaube, es ist daher egal ob sie mit einem Format mehrere Millionen erreichen, oder ob sie in vielen Online-Filmen Spots schalten. letztlich wollen sie ihre Botschaft vermitteln. Aber natürlich brauchen wir noch mehr Reichweite für die Videos im Internet. Die Werbewirkung ist jedoch höher – zumal sich Nutzer aktiv mit YouTube beschäftigen.

Wie gut ist das Targeting bereits?
Wir arbeiten an einem Mix zwischen Context- und interessenbasiertem-Targeting. Das funktioniert schon gut. Was den Nutzer interessiert, wissen wir beispielsweise aufgrund der Seiten, die er im Google Content Netzwerk besucht hat. Und wir wissen im Bereich der professionellen Partner-Inhalte – und nur die vermarkten wir auf YouTube – anhand von Keywords sehr genau, welche Inhalte ein Video hat. Insofern können wir sehr zielgenau ausliefern.

Die Preise für Web-Spots liegen auf TV-Niveau. Sollten sie nicht höher sein?
Sie haben recht, Video-Werbung ist im Moment viel zu billig (lacht). Im TV sind die Streuverluste höher, da sie sich im Internet mit Targeting reduzieren lassen. Folglich erhalten Kunden im Moment viel mehr Leistung für ihr Geld. Der Markt wird aber lernen, das zu honorieren. Was wir auch bei YouTube unterstützen: Wir setzen alles daran, den Werbungtreibenden alle nötigen Messgrößen zu liefern, damit sie den Wert ihrer Werbung auch berechnen können und nicht nur rein die Kosten betrachten müssen. Und vergessen Sie dabei nicht: die Ergebnisse lassen sich im Web deutlich schneller messen, als bei der Fernsehwerbung.


Autor: Leif Pellikan

ist Redakteur beim Kontakter und bei W&V. Er hat sich den Ruf des Lötkolbens erworben - wenn es technisch oder neudeutsch programmatisch wird, kennt er die Antworten. Wenn nicht, fragt er in Interviews bei Leuten wie Larry Page, Sergey Brin oder Yannick Bolloré nach.