ADC 2011: Grand Prix für Jung von Matt
"Richtig guter Jahrgang": Einen Grand Prix, 15 goldene, 73 silberne und 131 bronzene Nägel sowie 237 Auszeichnungen vergab die ADC-Jury in diesem Jahr. Hier geht es zu den Gewinnern.
Einen Grand Prix, 15 goldene, 73 silberne und 131 bronzene Nägel sowie 237 Auszeichnungen vergab die ADC-Jury in diesem Jahr. "Die Arbeiten sind mutiger, spannender, risikobereiter, unterhaltsamer und stärker. Das war ein richtig guter Jahrgang", begründet ADC-Vorstandssprecher Jochen Rädeker die hohe Zahl der Auszeichnungen. Er sieht das Ergebnis als Zeichen, dass die Kreation die Krise überwunden hat. "Wenn die Wirtschaft wieder Mut fasst und bereit ist, Risiken einzugehen, dann entstehen wirklich gute kreative Arbeiten, das zeigt der diesjährige ADC Wettbewerb deutlich", so Rädeker.
Deshalb gibt es diesem Jahr auch wieder einen Grand Prix beim ADC Award. Die Jury hatte sogar die Qual der Wahl und diskutierte intensiv und lange, welcher der Gold-Gewinner die höchste Auszeichnung erhalten sollte. Schließlich entschied sich eine große Mehrheit für das grüne pdf-Format "Save as WWF" von Jung von Matt für WWF. "Die Arbeit ist exemplarisch innovativ. Sie ist einfach, klar und international verständlich", erklärt Rädeker die Jury-Entscheidung. "Intelligent, inspirierend und einfach außergewöhnlich", findet Jury-Präsident Chuck Porter (Crispin, Porter & Bogusky) die Idee, für den WWF ein Datei-Format zu entwickeln, das sich nicht ausdrucken lässt.
"Viele Arbeiten zielen verstärkt auf das Thema Nachhaltigkeit ab", resümiert Rädeker. Deutlich gestiegen ist auch die Relevanz digitaler und crossmedialer Kampagnen, klassische Kommunikation sei dagegen immer mehr auf dem Rückzug. "Große Kampagnen bestehen heute oft aus vielen kleinen Kampagnen in verschiedenen Kanälen." Daher stehen Projekte mit einem integrierten Ansatz auch ganz oben im Ranking der Top-Five-Kampagnen, die insgesamt die meisten Auszeichnungen einheimsten. Dazu zählen die Kampagne "Meister vs. Meister" von Scholz & Friends für Mercedes-Benz Transporter, die Hornbach-Kampagne "Wieviel Wahnsinn steckt in Dir?" von Heimat, Berlin oder die Kampagne "Denkanstöße" von DDB Tribal Group für Entega Erneuerbare Energie. Neben dem WWF-Format schaffte es noch ein weiteres digitales Projekt unter die Top Five: Die "Hidden Heroes" von Grimm, Gallun Holtappels Werbeagentur mit Büro Rempen für den Multipack Carrier-Hersteller Hi-Cone.
Mit vier Gold-Nägeln die stärkste Kategorie ist Design. Die dort eingereichten Arbeiten gehören für Chuck Porter "zu den besten der Welt". Zum ersten Mal in der Award-Geschichte gab es sogar Gold für Produktdesign. Alle Gold-Gewinner uind den Grand Prix fnden Sie in unserer Bildergalerie.
Trotz der vielen Auszeichnungen für integrierte Kampagnen vergab die Jury in der "Königskategorie" ganzheitliche Kommunikation dagegen keine Gold-Trophäe. Dort gehe es nicht darum "eine Idee durch alle Kanäle zu prügeln, sondern die Kommunikation muss mit mit jedem Element verbreitert, verstärkt werden und überraschen", erklärt Jury-Vorstand Till Hohmann, JWT Germany. Obwohl die drei Silber-Gewinner durchaus als Gold-Kandidaten gehandelt wurden, setzte sich letztlich in der anonymen Wahl keiner durch.
Grand-Prix-Gewinner Jung von Matt stellte in diesem Jahr übrigends drei Juryvorsitzende. Bei der Diskussion und Entscheidung über den Grand Prix waren sie jedoch nicht dabei. Grund laut Rädeker: Da es im Vorfeld des Award über die Wahl der Juryvorsitzenden durch den Vorstand Diskussionen gegeben hatte, verzichteten sie freiwillig auf die Teilnahme. Feiern können sie jetzt trotzdem.