AWD-Gründer Maschmeyer muss ARD-Doku hinnehmen
Obwohl Anwalt Mathias Prinz im Sinne von Carsten Maschmeyer die Doku "Der Drückerkönig und die Politik“verhindern will, geht die ARD damit auf Sendung.
Ein neuer Fall für Medienanwalt Mathias Prinz: Im Auftrag seines Mandanten Carsten Maschmeyer versucht er laut "Süddeutscher Zeitung“ , die Intendanten der neun Landesrundfunkanstalten der ARD an der Ausstrahlung eines wenig schmeichelhaften Films über den Gründer des Finanzdienstleisters AWD zu hindern. Die ARD hält indes an dem Projekt fest. Der Film soll wie geplant an diesem Mittwoch um 21.45 Uhr im Ersten gezeigt werden. Gegenüber der Nachrichtenagentur "dpa" hält der zuständige NDR fest: "Bislang gibt es nichts, was einer Ausstrahlung der Dokumentation entgegenstünde", so Sprecher Martin Gartzke. Bei der redaktionellen Abnahme des Films "ARD-exclusiv: Der Drückerkönig und die Politik. Die schillernde Karriere des Carsten Maschmeyer" habe auch das NDR-Justiziariat mitgewirkt.
Der Stein des Anstoßes: Die Dokumentation "Der Drückerkönig und die Politik“ zeichnet die Karriere des Unternehmers aus Hannover nach und beleuchtet die Verbindung Maschmeyers mit den Mächtigen der Politik. Besonders mit den Ministern der rot-grünen Ära von Ex-Kanzler Gerhard Schröder, die das System der privaten Vorsorge vorangetrieben haben, solle sich Maschmeyer besonders gut gestellt haben, schreibt die „SZ“. Auch das ist ein Geschäftsfeld des AWD.
Der Vorgang, die einzelnen ARD-Anstalten per Schreiben unter Druck zu setzen, um die Ausstrahlung eines Film im Ersten zu verhindern, sei neu, so die "SZ“. Die Empörung im öffentlich-rechtlichen Senderverbund sei entsprechend groß, heißt es weiter.