Dass vor allem G+J reagieren muss, ist verständlich: Der neue Dreier-Bund Burda, WAZ und MZV wird mit einem Marktanteil von 21 Prozent zweitgrößte Kraft nach Axel Springer, der 28 Prozent besitzt. An dritter Stelle steht die Bauer Vertriebs KG mit 18 Prozent. Die G+J-Tochter dpv einschließlich der Saarbach-Gruppe besitzt hingegen 16 Prozent.

Sollte der neue Dreier-Bund entstehen, wird dies aber bei der WAZ und Burda Arbeitsplätze kosten. So würden durch die Auslagerung der Einzelverkaufs-Services der Verlage bei der WAZ-Gruppe und Burda jeweils 30 bis 40 Stellen im Vertrieb sowie ein bis zwei Millionen Euro im Jahr an EDV-Kosten einge­spart werden, heißt es. Im Verlag verbliebe bei Burda vermutlich nur ein Kernteam von zehn bis 15 Leuten, das die politisch sensible Auflagenpolitik und individuelle Auswertung verantworten würde, weiß ein Insider. Für den EV-Vertriebsservice würde Burda künftig nur noch eine jährliche Gebühr an die outgesourcte Firma zahlen.

Die Idee für eine Vertriebsallianz zwischen WAZ und Burda ist schon zwei Jahre alt. Jetzt hat aber offenbar Verlagsvorstand Philipp Welte aufs Tempo gedrückt, der seit Anfang des Jahres bei Burda als Sanierer die Umstrukturierungen vorantreibt. Die strategische Allianz mit dem WAZ-Konzern und MZV ist laut Welte aber nur "eine von mehreren Optionen". Auch die WAZ-Gruppe bestätigt die Gespräche. Manfred Braun, Leiter Zeitschriften, betonte jedoch, MZV-Geschäftsführer und Mitgesellschafter Michael Imhoff werde "das operative Geschäft auch in den kommenden Jahren fortführen". (gl/jup)