Burdas Bilanz: Weite Teile mit Minus, Digitalgeschäft floriert
Laut Verleger Hubert Burda hat das Unternehmen unter der Wirtschaftskrise zu leiden. Laut Managermagazin musste der Verlag einen "empfindlichen Umsatzrückgang" hinnehmen. Burda blickt dennoch optimistisch in die Zukunft
"Heiligs Blechle" sagte Verleger Hubert Burda im vergangenen Herbst in der Elefantenrunde der Münchner Medientage, als er auf die Auswirkungen der Wirtschaftskrise angesprochen wurde. Er hätte schon so manchen Schlafanzug durchgeschwitzt angesichts der Sorgen, die ihn als Verleger umtreiben, sagte Burda auf dem Podium. Die aktuellen Zahlen scheinen nun zu belegen, was ihm da bereits schwante: Der Verlag hat im Geschäftsjahr 2009 einen "empfindlichen Umsatzrückgang" hinnehmen müssen. Das berichtet das "Manager Magazin" in seiner morgen erscheinenden Ausgabe. Die Einnahmen sanken um 9,3 Prozent auf 1,59 Milliarden Euro. Burda hat infolge der Medienkrise stark mit erheblich schrumpfenden Werbeerlösen zu kämpfen. "Wir haben mitgelitten, das war nicht anders zu erwarten", sagt Paul-Bernhard Kallen, der seit Anfang des Jahres amtierender Vorstandschef von Burda ist, dem Blatt. In vier von fünf Geschäftsfeldern verbuchte das Unternehmen Umsatzrückgänge. Der Geschäftsbereich Verlage Inland setzte 2009 nur noch 606 Millionen Euro um, dies entspricht einem Einnahmeverlust von 80,8 Millionen Euro.
379 Millionen Euro. In Kürze soll Jörg Lübcke zum Co-Geschäftsführer des Bereichs befördert werden. Insgesamt hat der Verlag, so Kallen, einen Umsatzrückgang von gut neun Prozent hinzunehmen. Alle Sparten hätten allerdings einen "vernünftigen" Gewinn erzielt, der "sehr deutlich über dem des Vorjahres" gelegen habe. Die nicht veröffentlichte Umsatzrendite, berichtet das "Manager Magazin", sei von etwa acht Prozent im Vorjahr auf über 10 Prozent gestiegen.
Im laufenden Geschäftsjahr will Burda 150 Millionen Euro investieren. Im vergangenen Jahr waren es sogar 211 Millionen Euro. Rund 50 Millionen Euro flossen allein in die Beteiligung am Karriere-Netzwerk Xing. Künftig will das Unternehmen hingegen die Internet-Aktivitäten seiner Verlage reduzieren. Es sei sinnlos, so sage Welte dem Magazin, "hohe Beträge in Produkte zu investieren, die keine Chance haben, jemals Gewinne zu machen". Auch auf das Stammgeschäft werde man besonders achten. Welte: "Wenn ein Produkt keinen Markt findet, ist das unternehmerisch keine große Sache. Wir müssen lernen, dass Zeitschriften nicht für die Ewigkeit gemacht sind."