Cannes 2011: Media-Gold für Ogilvy, Kempertrautmann und Jung von Matt
Ogilvy überzeugt die Media-Jury in Cannes mit einer Arbeit für Sportscheck, Kempertrautmann mit der Initiative für vermisste Kinder. Jung von Matt punktet mit dem WWF-Format.
17 deutsche Einreichungen standen auf der Shortlist, sieben Media-Medaillen dürfen die deutschen Teilnehmer aus Cannes jetzt mit nach Hause nehmen, darunter drei goldene, zwei silberne und zwei bronzene Löwen. Gold gewinnen Ogilvy (für Sport Scheck), Kempertrautmann (Initiative vermisste Kinder) und Jung von Matt („Save as WWF“).
Silber geht ebenfalls an Jung von Matt für das „Pirate Radio Experiment“. Der deutsche Media-Juror Volker Helm (Initative) kann sich selbst über einen silbernen Löwen freuen: Seine Agentur gewinnt mit der Kampagne für Grippostad (Stada). Bronze ging an Mediaplus in München für den Kunden Lego und BBDO Proximity in Düsseldorf für Gilette.
Den Media-Grand-Prix sicherte sich mit Cheil Worldwide erstmals eine Agentur aus Korea. Cheil hatte für die Supermarktkette Tesco Plakate in U-Bahn-Stationen aufgehängt, die echten Verkaufsregalen in den Märkten ähnelten. Auf den abgebildeten Produkten waren QR-Codes aufgedruckt, über die Passanten das jeweilige Produkt über ihr Smartphone direkt nach Hause bestellen konnten. "Ich glaube, das ist die beste Arbeit des Jahres", sagte Jurypräsidentin Maria Luisa Francoli Plaza, „sie zeugt von tiefem Verständnis für den Verbraucher und verknüpft eines der ältesten Medien, Outdoor, perfekt mit dem ganz Neuen.“
„Wir waren von Anfang an sehr streng“, sagt Helm, „haben darauf geachtet, dass Media-Kriterien eingehalten werden.“ Entsprechend flossen die Aspekte Strategie & Insight mit 35 Prozent in die Bewertung ein, Messbarkeit & Effektivität mit 30 Prozent, die kreative Idee mit ebenfalls 30.
Neben dem Grand Prix hat die Jury insgesamt 14 goldene, 31 silberne und 38 bronzene Löwen vergeben. Unter den Gold-Gewinnern rangieren auch Agenturen aus Indien, Puerto Rico und Tunesien. „Der Globalisierungsanspruch, den Cannes hat, zeigt sich bei Media und ist auch Beweis dafür, dass die Kategorie in Cannes richtig ist“, findet Helm.
Mit dem Abschneiden der deutschen Teilnehmer ist er zufrieden. Mit sieben Medaillen halten diese das Vorjahresniveau, wobei die Einreichzahl mit 213 (2010: 170) etwas höher ausfiel. Dass nach wie vor viele Werbeagenturen in der Kategorie Media einreichen, versteht Helm auch als Aufforderung an die Media-Dienstleister: „Das kreative Denken der Media-Agenturen muss angeregt werden.“
Bei der Zeremonie am Dienstag Abend wurde außerdem Jung von Matt zur "Media Agency of the Year" gekürt.