Digital Innovator's Summit: Verleger fangen an digital zu denken
Beim Digital Innovator´s Summit treffen sich rund 400 Medienschaffende aus der ganzen Welt. Im Fokus: Strategien für Tablets und Smartphones, Engagement mit den Zielgruppen und Datenbestände für gezielte Ansprachen. W&V-Reakteurin Irmela Schwab ist dabei.
„Das Leben war einfacher, als Apple und Blackberry nur Früchte waren“: Juan Senor, Berater bei der britischen Innovation Media Consulting Group trifft es auf den Kopf: Die Verlagsbranche, die gerade die Integration von Online in ihr Geschäftsmodell bewältigt hat, will ihre Inhalte nun für Tablet-PCs und Smartphones aufbereiten. Rund 400 Medienschaffende aus aller Welt versammeln sich dafür für zwei Tage beim Digital Innovator´s Summit in Berlin.
Gut gelungen ist das in Senors Augen vor allem der amerikanischen „National Geographic“, die ihre Inhalte über Smartphones, eReaders und Tablet-PCs streut. David Griffin, bei NG für den Redaktionsbereich E-Publishing zuständig, verlängert das Lese-Erlebnis auf den Geräten über Video, Slide-Shows und 360 Grad-Ansichten. Beim E-Publishing, erklärt er, müsse man dahin gehen, wohin das Papier nicht gehen kann. „Diese erzeugten Erlebnisse haben einen so hohen Engagment-Faktor, der mit dem reinen Ansehen eines Videos nicht zu vergleichen ist“, schwärmt er. Dadurch dass die Elemente direkt in den Text integriert sind, entfällt der Medienbruch, der lange Zeit die Interaktion zwischen Papier und digitalem Erleben behindert hat. Griffin: „Wir haben endlich angefangen, digital zu denken“.
Das Erfolgsrezept bei NG lässt sich jedoch nicht immer für andere Medien adaptieren. Kevin Costello, CEO Haymarket Group, hat für seine Magazine aus dem B-2-C und B-2-B-Bereich jeweils eigene Business-Modelle herausgearbeitet. Der Weg dahin war lang und von Irrtümern gesäumt. „Wir mussten das Mediengeschäft ganz neu erlernen.“ Für die Auto-Portale standen die Zeichen zunächst auf Expansion: Erst mussten für Pistonheads.com und autosport.com eine breite Community aufgebaut werden. Dieser Weg habe sich als richtig herausgestellt, kommentiert der Haymarket-Chef. Inhalte mit einer Bezahlschranke abzuriegeln, habe sich dagegen als Rückschlag erwiesen. Bei autosport.com bietet Costello nun bezahlte Vollversionen von Texten an, die „nur über zwei Clicks via Pay Pal“ zu erwerben sind. Wichtig sind für ihn vor allem auch die „Interaktion und vollständige kommerzielle Beziehung“ zum Endkunden.
Damit spielt Costello auf die AGBs von Apple an, der den Verlagen über seinen iTunes-Store die Zugriffe auf die Kundendaten verwehrt. Darüber wird an diesem Montag auch diskutiert - bisher allerdings noch ohne Ergebnisse.
Der Digital Innovator´s Summit wird bereits zum vierten Mal vom VDZ, FIPP und eMediaSF organisiert.