Eventreport: Deutscher Mediapreis 2009
Christian Ude wetterte über die Löwen, W&V-Chefredakteur Jochen Kalka fühlte sich wie Britney Spears und will sein Magazin in "Werben & Abverkaufen" umtaufen. Alles zum Deutschen Mediapreis.
"Von den Media Lions in Cannes will ich gar nichts hören", sagte Christian Ude bei seiner Eröffnungsrede zum Deutschen Mediapreis, der gestern Abend im Alten Rathaus in München verliehen wurde. Denn angesichts des Management-Chaos beim TSV 1860 wolle man als Aufsichtsratsmitglied des Vereins in keiner Weise an Löwen erinnert werden, so der Münchner Oberbürgermeister. Damit sei der Mediapreis "europaweit der bedeutenste im Media-Business".
Auch von den Vorzügen Münchens als Medienstadt schwärmte der OB, der bereits zum zehnten Mal Schirmherr des Mediapreises war. "München ist mit Abstand bester Medienstandort der Republik", sagte Ude. "Das belegt eine unabhängige Studie des Institutes ifak – die Stadt München hat sie also nicht selber gefälscht!" (Sämtliche Festreden finden Sie online unter www.deutscher-mediapreis.de)
Als müsse Britney Spears nach den Rolling Stones auf die Bühne – so hat sich W&V-Chefredakteur Jochen Kalka laut eigener Aussage gefühlt, der nach der humorvollen und stürmisch beklatschten Rede des Oberbürgermeisters die Gäste begrüßte.
Kalka begann mit einem Resümee des 4. Deutschen Mediatages, der tagsüber stattgefunden hatte: "Jeder hat heute nur von 'Abverkauf' gesprochen. Wir haben schon überlegt, ob wir uns umbenennen, in 'Werben & Abverkaufen'", scherzte der Chefredakteur. Ob die Damen, die beim Deutschen Mediatag anwesend waren, auch nur Abverkauf im Kopf hatten, als Extremkletterer Thomas Huber bei der Abschlussrede des DMT ein Foto seines durchtrainierten Pos auf die Leinwand geworfen hatte?
Nach der Preisverleihung (Alle Preisträger finden Sie unter www.deutscher-mediapreis.de) und der anschließenden Gala, die um 1.30 Uhr endete, zog der harte Kern noch weiter in die Münchner In-Bar "Harlander" – nachdem die gefühlt härteste Tür der Stadt überwunden war, feierten Branchengrößen und Preisträger noch bis ins Morgengrauen weiter.