FAZ.net: Der Guttenberg-Effekt
FAZ.Net hat im Februar überraschend an Visits gewonnen. Im Kurz-Interview mit W&V hat "FAZ"-Online-Chef Kai Norbert Pritzsche dafür eine Erklärung: "Guttenberg!"
Ebenso wie sueddeutsche.de hat FAZ.Net im Februar überraschend an Visits gewonnen. Im Kurz-Interview mit W&V hat "FAZ"-Online-Chef Kai Norbert Pritzsche dafür eine Erklärung: "Guttenberg!"
W&V Online: Mehr Besuche trotz weniger Tagen - woran lag der ungewöhnliche Reichweitengewinn der FAZ im Internet?
Pritzsche: Eindeutig an Guttenberg. Die mediale Diskussion um den ehemaligen Star-Minister wurde ja sehr intensiv geführt. Faz.net hat sehr viele Beiträge über die Affäre gebracht, wir haben auch einige Dinge aufgedeckt. Mehrere große News-Anbieter, darunter Spiegel.de und T-Online.de, haben auf unsere Artikel gelinkt, was unsere Position bei Google natürlich stark verbessert hat.
Sehr viel haben auch die Springer-Seiten Bild.de und Welt.de über den Fall Guttenberg berichtet. Dennoch haben sie an Visits verloren.
Grundsätzlich ist es ja so, dass ein Einzelthema umso weniger durchschlägt, je mehr Besuche eine Seite hat. Hinzu kommt, dass die Guttenberg-Debatte ein sehr textlastiges Thema war, nicht gerade ein Vorteil für Bild.de. Offensichtlich wurden Faz.net und auch sueddeutsche.de als Meinungsführer wahrgenommen, weniger wohl Welt Online.
Haben die Revolution in Ägypten und der Rücktritt von Hosni Mubarak nicht ebenfalls zu dem Besucherzuwachs beigetragen?
In den ersten zehn Februar-Tagen war Ägypten in der Tat das stärkste Thema, doch diese Nachrichten haben bei weitem nicht einen derartigen Peak bei den Besuchen erzeugt wie die Debatte um Guttenbergs Doktorarbeit. Der gesamte arabische Raum ist bei uns ein Riesenthema, Libyen natürlich derzeit am stärksten, doch die Wellen verlaufen dabei flacher, der Zuwachs an Lesern wirkt sich hier langfristiger aus.