Handelsblatt startet Prognosebörse für Bürger
Ab dem 5. November 2009 können Bürger sich erstmals direkt an Wirtschaftsprognosen für Deutschland beteiligen. Dann startet das Wirtschaftsblatt Handelsblatt eine offene Prognosebörse
Ab dem 5. November 2009 können Bürger sich erstmals direkt an Wirtschaftsprognosen für Deutschland beteiligen. Dann startet das "Handelsblatt" eine offene Prognosebörse. Auf dieser neuen Plattform kann jeder Interessierte seine Einschätzung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abgeben. Vorbild sind Prognosemärkte in den USA, denen etwa bei der Vorhersage von Wahlen oder Sportergebnissen eine hohe Treffgenauigkeit bescheinigt wird.
Jeder Bürger kann kostenlos an der neuen Prognosebörse teilnehmen, erforderlich ist eine Anmeldung unter www.eix-market.de oder http://eix.handelsblatt.com. Dort erhalten die Teilnehmer virtuelles Geld und virtuelle Aktien und können mit ihren Einschätzungen handeln. Je optimistischer die Nachfrager sind, desto höher ist der Preis. An der Prognosebörse können Teilnehmer zwar kein echtes Geld verdienen, aber wer viel und zugleich treffsicher handelt, kann Preise im Gesamtwert von mehr als 36.000 Euro gewinnen.
Die Idee hinter der Börse: Die Masse ist oft intelligenter als einzelne, der Durchschnitt vieler Schätzungen oftmals treffsicherer als Einzelprognosen. Die Handelsblatt-Prognosebörse wagt dieses Experiment für die Vorhersage wichtiger Konjunkturindikatoren: die Veränderung der Inflation, des Bruttoinlandsproduktes, der Bruttoanlageinvestitionen, der Exporte sowie die der Zahl der Arbeitslosen.
„Wir starten damit ein wissenschaftlich fundiertes, einmaliges Experiment. Unsere Hoffnung ist, den Lesern mittelfristig ein zusätzliches Instrument für die Einschätzung der Konjunkturentwicklung anbieten zu können“, sagt Bernd Ziesemer, Chefredakteur des Handelsblatts.
An der Handelsblatt-Prognosebörse beteiligen sich die Wirtschafts- und Finanzzeitung Handelsblatt, das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW), das Institut für Informationswirtschaft und -management (IISM) des Karlsruher Instituts of Technology (KIT) sowie das Forschungszentrum Informatik (FZI).