Heinz Bauer bereitet den Machtwechsel vor
Generationswechsel beim Zeitschriftenhaus Bauer Media: Mit einer Neuausrichtung der Firmenstrukturen bekommt die zweitjüngste Tochter Yvonne Bauer mehr Macht über das Verlagsimperium.
Heinz Bauer, Verleger der Hamburger Bauer Media Group, sorgt für die Zukunft vor, indem er das Zeitschriftenimperium seinen Töchtern sukezessive überträgt. So bereitet er durch eine neue Firmenstruktur einen Generationswechsel vor. Tragende Rolle spielt hierbei Yvonne Bauer, die als Mitglied der Geschäftsführung unter anderem für den Vertrieb zuständig ist. Demonstrativ setzte der 70-jähriger Vater seine zweitjüngste Tochter bei der Bilanzpressekonferenz an seine Seite.
Gesellschaftsrechtlich bekommt die Verlegertochter deutlich mehr Macht. So wurden jüngst die Yvonne Bauer Redaktions KG sowie die Yvonne Bauer Service KG gegründet. Unter diesem Dach sind einzelnen GmbHs angebunden, die die verschiedenen Titelgattungen des international agierenden Konzerns bündeln. Dazu zählen unter anderem die Bauer Programm GmbH, Bauer Food GmbH, Bauer Lifestyle GmbH, Bauer People GmbH, Bauer Premium GmbH. An den beiden KG ist Yvonne Bauer mehrheitlich beteiligt. Ihre Schwestern Mirja, Nicola und Saskia sind hingegen Minderheitsgesellschafter.
Damit bahnt sich offenbar an, dass Yvonne Bauer langfristig an die Stelle ihres Vaters tritt. Die agile Tochter des Firmenpatriarchen hatte sich bereits in der Vergangenheit erheblich um das Familienunternehmen verdient gemacht. Sie hatte unter anderem dafür gesorgt, dass der Sumpf im Abo-Skandal vor einigen Jahren trocken gelegt wurde. Gleichzeitig stellte sie den Vertrieb auf neue Beine.
Die Töchter treffen auf ein Zeitschriftenhaus, dass der Krise verhältnismäßig gut trotzt. So soll der Konzernumsatz 2009 voraussichtlich auf 2,06 Milliarden Euro steigen. Dies wären 275 Millionen Euro mehr als im Vorjahr, teilt der Verlag mit. Der Auslandsanteil werde wohl auf 1,18 Milliarden Euro klettern. Er liegt mit 57 Prozent erstmalig über dem Inlandsanteil. Im Inland erwartet Bauer hingegen einen rückläufigen Umsatz.
Das Umsatzplus ist auch damit begründet, dass in die Hochrechnungen für das Jahr 2009 erstmals die Umsätze der britischen Verlagstochter Bauer Media einfließen. Die 2008 von Emap übernommenen Publikumszeitschriften, Radio- und TV-Stationen tragen maßgeblich zum Konzernerlös bei, teilt Bauer mit.
Der deutsche Markt sei weiterhin von einem rückläufigen Gesamtabsatz bei den Publikumszeitschriften geprägt. Hier erwartet das Unternehmen für 2009 einen Umsatz von 883 Millionen Euro. 2008 erzielte Bauer einen Inlandsumsatz von 925 Millionen Euro.
Trotz der "immer härteren Bedingungen im Inland" habe man die Marktführerschaft in den Segmenten Programmzeitschriften und unterhaltende Frauenzeitschriften im Geschäftsjahr 2008 halten können.
Die Expansion im Ausland habe trotz der Stagnation im Inland für Stabilität bei der Umsatzentwicklung gesorgt: Der Gesamt-Außenumsatz des Konzerns sank 2008 um 1,4 Prozent auf 1,79 Milliarden Euro. Der Auslandsumsatz 2008 erreichte 864 Millionen Euro.
Bauer publiziert nach eigenen Angaben weltweit 308 Zeitschriften. Auf dem deutschen Markt erscheinen 46 Titel.