Zum Glück kam, wie man weiß, Helmut Markwort und mit ihm "Focus". Wäre es nach seiner Frau gegangen, hätte er den Titel wohl nicht gestartet, erzählt Burda: Er habe ihr Entwürfe gezeigt und gefragt: „Sollen wir das machen?“ „Nein!“ habe sie geantwortet – einfach, weil sie sich nicht getraut hätte. Doch er sei von dem Konzept überzeugt gewesen. Lediglich der ehemalige "Stern"-Autor Michael Jürgs konnte sich in einem Einspieler einiger Spitzen nicht enthalten: „Eigentlich hätte Hubert Burda lieber Titel wie den "New Yorker" oder "Cicero" gemacht. Dafür hat es nicht gereicht – vielleicht weil die, die mit ihm zusammen gearbeitet haben, nicht so gut waren.“

Ob seine Frau eine gute Verlegerin wäre, wollte Beckmann von Burda dann noch wissen. Der Verleger windet sich etwas: „Das kann man noch nicht sagen, weil sie noch nichts verlegt hat“, meint er zuerst. Um schließlich doch noch festzustellen: Das Verlagsgeschäft ist eine Welt für sich. Aber natürlich kann sie das.“ Die Frage der Nachfolge ist ohnehin geklärt: Die Kinder Jakob und Elisabeth werden mit 27 Jahren erben – „da ist man weit genug.“ Burda betont aber zugleich: „Erben heißt noch nicht, Vorstandsvorsitzender zu sein.“ Wobei aber anscheinend die Tochter ohnehin eine Reinkarnation von Aenne Burda zu sein scheint, erzählt Maria Furtwängler. Sie habe schon als Kind ernsthaft verkündet: „Ich bin die Bestimmerin!“


Manuela Pauker
Autor: Manuela Pauker

ist bei W&V Themenverantwortliche für Media und Social Media; zwei Bereiche, die zunehmend zusammenwachsen. Die Welt der Influencer findet sie ebenso spannend wie Bewegtbild - als echter Serienjunkie ist sie sowohl im linearem TV als auch im Streaming-Angebot intensiv unterwegs. Ein echter Fan von Print wird sie aber trotzdem immer bleiben.