Verband Deutscher Lesezirkel:
Lesezirkel bald auf dem Tablet-PC?
eMags statt Lesezirkel in Arztpraxen? Tablet-PCs statt Leihzeitschriften in Hotel-Lounges? Der Lesezirkel steht vor dem Sprung ins Digitale.
Die Lesezirkel-Zeitschriften, bekannt aus Wartezimmer und Hotel-Lobby, sollen bald digital und damit auch auf mobilen Endgeräten wie Tablet-Computern verfügbar sein. Das plant der Verband Deutscher Lesezirkel. "Ich bin zuversichtlich, dass dies in diesem Jahr noch passieren könnte", kündigt Verbandschef Günther Hildebrand gegenüber der Nachrichtenagentur "dpa" an. Einzelne Firmen könnten die technologische Einführung aus wirtschaftlichen Gründen allein nicht stemmen. Daher werde an einem einheitlichen Konzept gearbeitet. Offen sei, wer die Tablet-PCs für Arztpraxen oder Hotel-Lounges zur Verfügung stellt und ob die Geräte neben dem Zeitschriftensortiment auch andere digitale Angebote bereithalten sollen, meint der Verbandschef.
Die Vorteile aus dem Sammelbezug gedruckter Ausgaben müssten auch bei der elektronischen Version zum Tragen kommen. Der Lesezirkel basiert auf einem Mietmodell: Der Kunde wählt mindestens fünf Zeitschriften aus, die wöchentlich zugestellt und abgeholt werden. Die Mappen werden danach weitervermietet. Je nach "Druckfrische" bemisst sich der Preis für das Abonnement. Bis zu 60 Prozent kann der Leser nach Angaben des Verbandes verglichen mit dem Kioskpreis sparen. Etwa die Hälfte der Abonnenten sind Privathaushalte. Die Firmen haben rund 320 Titel im Sortiment.
Am Dienstag hat der Verband auch seine Vorjahresbilanz vorgelegt. Demnach erzielten die bundesweit rund 120 Lesezirkel 2012 in der Zeitschriftenvermietung infolge von Preiserhöhungen einen Umsatzzuwachs von drei Prozent auf 155 Millionen Euro. Erreicht werden laut Verband rund 11,34 Millionen Leser. Allerdings trüben gestiegene Benzin- und Papierpreise und hohe Personalkosten das Geschäft. Die überregionalen Werbeerlöse sind zuletzt um ein Zehntel auf rund 20,6 Millionen Euro zurückgegangen. Der technologische Wandel hat das Zeitschriftensegment der Verlage längst erfasst und macht auch vor den Vermietungsfirmen nicht halt. "Wir stehen unter Zeitdruck", gibt Hildebrand zu.
ps/dpa