M.DuMont Schauberg steigt ins Handy-Geschäft ein
Vorstand Konstantin Neven DuMont will mit dem Verkauf von Prepaid-Handys Verluste im Anzeigengeschäft wettmachen.
Konstantin Neven DuMont, Vorstand für Unternehmensentwicklung beim Kölner Verlagshaus M. DuMont Schauberg, will massiv in das lukrative Mobilfunkgeschäft einsteigen und erwägt offenbar, für alle Zeitungstitel Prepaid-Angebote für Handys zu starten. Dies erfuhr W&V aus Unternehmenskreisen.
So steht der „Berliner Kurier“ kurz davor, ein entsprechendes Mobilfunkprodukt über die Online-Plattform „Kuriermobil“ auf den Markt zu bringen. Das Angebot soll „recht zeitnah“ erfolgen, heißt es in einer Mail des „Berliner Kurier“-Chefredakteurs Hans-Peter Buschheuer, die W&V vorliegt. In einem weiteren Schritt sollen dann entsprechende Angebote für die „Berliner Zeitung“, die „Hamburger Morgenpost“ und die „Frankfurter Rundschau“ folgen, heißt es hausintern. Seit Anfang Dezember bietet bereits der „Kölner Express“ eine Handy-Flatrate an.
„Wir haben vor, das Modell auch für andere Titel des Verlagshauses M. DuMont Schauberg zu realisieren, wir möchten aber zunächst die ersten Monate abwarten, um zu sehen, wie sich das Geschäft entwickelt“, erklärt eine Sprecherin des Verlags. Eine Entscheidung, über welche weiteren Zeitungstitel Prepaid-Karten veräußert werden, sei noch nicht gefallen.
Damit geht das Kölner Verlagsimperium, das wie andere Verlage unter der Anzeigenkrise leidet, ähnliche Wege wie andere Medienhäuser. So verkauft die zur Axel Springer AG gehörende Boulevardzeitung „Bild“ seit längerem Prepaid-Karten über Bild.mobil. Möglicherweise könnte das Mobil-Geschäft mittelfristig einen wichtigen Umsatzbeitrag liefern. Denn mit dem Kartenverkauf über Express.mobil.de ist DuMont Schauberg „sehr zufrieden“.
Der Abverkauf liege „leicht über unserer Prognose“, so eine MDS-Sprecherin. Die Rheinländer arbeiten hier mit dem Düsseldorfer Mobilfunk-Provider GTCom zusammen, der für Kunden Tarifkonzepte ausarbeitet. Netzanbieter beim "Kölner Express" ist E-Plus.