RTL-Chefin Schäferkordt kritisiert Überregulierung
Auch wenn 2010 die Konjunktur auf dem Werbemarkt wieder anzieht, will RTL-Chefin Anke Schäferkordt nicht mehr Geld ins Programm stecken. Kritik hat sie im W&V-Interview für die Politik und die Öffentlich-Rechtlichen übrig.
RTL-Geschäftsführerin Anke Schäferkordt will auch künftig nicht mehr Geld ins Programm investieren. Auch wenn die Konjunktur 2010 auf dem Werbemarkt anziehe, wolle sie am Konzept festhalten, sagte sie im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“: „Wir erfüllen die Zuschauerwünsche im Moment sehr gut mit den vorhandenen Budgets. Sollte das so bleiben, gibt es keinen Grund, automatisch mehr dafür auszugeben.“
In dem Interview und später auf dem Podium der Medientage München übte Schäferkordt harsche Kritik an der Politik. In Bezug auf den digitalen Jugendkanal ZDFneo sagte sie: "Ich frage mich: Wie groß muss das Öffentlich-Rechtliche in Deutschland noch werden, während Private selbst in Krisen wie diesen überreguliert bleiben? Wann wird die Politik beginnen, die Vielfalt zu schützen, um die uns andere beneiden?“ Schäferkordt fordert „faire Rahmenbedingungen im dualen System“. ZDFneo sei nicht zu dem geworden, was dem Zweiten einst von der Politik genehmigt wurde.
Auf den Münchner Medientagen sprach W&V mit Anke Schäferkordt. In unserem Web-Interview erklärt sie, warum sie den TV-Markt für überreguliert hält. Und wo RTL nicht sparen will.
Weitere Interviews, unter anderem mit ProSiebenSat1-Boss Thomas Ebeling und RMS-Chef Andreas Fuhlisch finden Sie in unserer Mediathek. Mehr zu den Medientagen lesen Sie in unserem Online-Special. (kad/mt)