TV-Wirkungstag: Gattungstreffen für Fernsehgläubige
Besucherrekord: Mehr als 1.100 Fachbesucher wollten beim 6. TV-Wirkungstag im Frankfurter Congress-Center "Sehen, was Sache ist", so das Motto des Branchenevents. W&V-Web-TV war dabei.
Besucherrekord: Mehr als 1.100 Fachbesucher wollten gestern beim 6. TV-Wirkungstag im Frankfurter Congress-Center "Sehen, was Sache ist", so das Motto des Branchenevents. Der TV-Wirkungstag hat sich längst zum Treffen für die gesamte Gattung gemausert, acht Vermarktungshäuser luden in diesem Jahr ein, neben den vier großen Vermarktern waren erstmals El Cartel Media, Viacom Brand Solutions, Discovery Networks Deutschland und Tele 5 dabei.
Sender und Vermarkter rücken in schwierigen Zeiten beim Thema Gattungsmarketing zusammen, das bestätigen auch Martin Krapf, Geschäftsführer von IP Deutschland und Uwe Esser, Geschäftsleitung TV-Vermarktung AS&S. "Bei anderen Themen ist dagegen eher das Gegenteil der Fall", so Krapf. Allen sei jedoch daran gelegen, mehr Geld ins TV zu bekommen. "Der Marktanteil 2009 ist da noch viel zu niedrig."
Wie ehemalige Konkurrenten zusammenrücken können, haben die AS&S und das ZDF-Werbefernsehen mit dem gemeinsamen Vertrieb bereits gezeigt. Für Uwe Esser eine "wichtige strategische Partnerschaft", gerade in schwierigen Zeiten.
Im 1. Quartal hat Nielsen Media für TV ein Minus der Bruttowerbeinvestitionen von 2,7 Prozent ausgewiesen. Hans Joachim Strauch, Leiter ZDF Werbefernsehen, rät der Branche trotzdem, seinen Maximen treu zu bleiben: "Qualität zahlt sich aus." Das Minus sei außerdem in Relation zum Gesamtmarkt zu sehen, Bruttozahlen sollten generell kritisch hinterfragt werden.
Um die Zahlen wieder zu verbessern, seien weitere Nachweise von TV-Wirkung nötig, was laut den Initiatoren des Branchentreffs, Jan Isenbart, Mediaforschung & Services IP Deutschland, und Daniel Haberfeld, Forschungsleiter SevenOne Media, gerade im Krisenjahr 2009 noch wichtiger geworden ist. Dabei sei das Internet nicht als Konkurrenz zu sehen, sondern als weitere wichtige Plattform für die Sender. "Für uns ist das ein Miteinander, kein Gegeneinander", so Haberfeld.
Alexander Duphorn, Geschäftsleiter Viacom Brand Solutions und Senior Vice President von MTV Networks Germany, setzt in diesem Jahr auf Konsistenz und bietet seinen Kunden Plattformen mit Events und Onlinemedien, wobei TV die Grundlage bilde, so Duphorn. Sein Haus war zum ersten Mal Mitveranstalter und wollte "Flagge zeigen für die Branche". Gerade im Krisenjahr 2009 gehe es eben "um das große Ganze".
Auch Jan Kühl, Geschäftsführer von El Cartel Media, will gemeinsam mit den anderen Vermarktern die Gattung TV hochhalten. "Denn TV ist und bleibt das Leitmedium". Bei kleineren Sendern wie RTL II zähle in erster Linie die Senderleistung, um auch 2009 zu bestehen.
Manfred J. Senff, Leitung B2B Marketing Tele5, glaubt, dass es die kleinen Sender einfacher haben als die großen, da sie flexibler seien und auf Marktgegebenheiten schneller reagieren könnten.