Werberat Österreich weist Beschwerde zurück: Lowe GGK und Palmers diskriminieren Blinde nicht
Mit einem Werbespot, in dem ein nicht-blindes Model eine Blinde spielt, die Unterwäsche von Palmers sinnlich erlebt, war die Dessousmarke angeeckt. Nun hat der Werberat sein Urteil gefällt: Der Spot tue dem Image sehbehinderter Menschen sogar gut!
Wie sinnlich die Unterwäsche von Palmers ist, wie sie klingt und wie sie sich anfühlt, das hat Lowe GGK, Wien, in einem Werbespot inszeniert: Mit einem Model, das eine Blinde spielt (W&V Online berichtete).Obwohl Palmers mit der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs zusammengearbeitet hat, gab es anschließend Porteste: Der Österreichische Blinden- und Sehbehindertenverband (ÖBSV) hat die TV-Kampagne "Sinnlichkeit, die man fühlt" Beschwerde beim Österreichischen Werberat eingelegt.
Der entschied nun: "Es ist kein Verstoß zu erkennen, da weder die Menschenwürde verletzt wird, noch eine spezifische Diskriminierung oder unangemessene Nacktheit zu erkennen ist. Vielmehr kann man den Spot dahingehend verstehen, dass das Image der vermeintlich betroffenen Gruppe der sehbehinderten Frauen aufgewertet wird. Es wird eine selbstbewusste blinde Frau gezeigt, die wie jede andere Frau am Leben teilnimmt.“
Damit bestätigt der Werberat die Haltung von Palmers: Marketingleiterin Gudrun Liska hatte stets betont, dass man großen Wert auf "wertschätzende und einfühlsame Darstellung einer blinden Frau" gelegt habe und mit dem Werbespot "zur gleichberechtigten, selbstständigen Teilnahme betroffener Menschen an der Gesellschaft" beitragen wolle. "Eine blinde Frau ist nicht in erster Linie blind, sondern in erster Linie Frau", sagt Liska.
Der von der Agentur Lowe GGK für Palmers produzierte Spot zeigt eine Frau beim Ankleiden, am Ende sieht man die Frau beim Verlassen des Hauses mit einem Blindenstock. Der Spot wurde zusätzlich mit Audiokommentierung für Sehbehinderte produziert und bei Youtube eingestellt.
Hier noch mal der ganze Film: