Schon Anfang Juni ist dem Pharmakonzern die "Doppelmoral" der Regionalblätter aufgestoßen. Sie hätten Vagisan-Anzeigen unter Hinweis auf den Moralkodex zwar abgelehnt, über den Oralsex von Michael Douglas und den Zusammenhang mit seiner möglichen Kehlkopferkrankung allerdings berichtet. Gerade die regionalen Tageszeitungen seien für die Mediapläne des Unternehmens wichtig, heißt es bei Dr. Wolff, denn ältere Frauen, die über die Problematik Scheidentrockenheit aufgeklärt werden müssten, würden viel häufiger ein Lokalblatt als eine überregionale Tageszeitung lesen. Aber auch mit dem zweiten Motiv ist Dr. Wolff an fast 20 Zeitungen gescheitert.

Die Mehrheit der Tageszeitungen ist weniger zimperlich. Daher setzte und setzt Dr. Wolff dann doch noch seine Printkampagne um, die zusammen mit Brandmeyer Markenberatung entwickelt worden ist. "In den folgenden Tagen verdoppelten sich die Verkaufszahlen für den Marktführer Vagisan Feuchtigkeitscreme", ziehen die Bielefelder ihr Fazit.


Autor: Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.