Ärger um Maredo-Kampagne dürfte Goldidee-Diskussion wieder anfachen

"Tofu ist schwules Fleisch": Die Steakhouse-Kette Maredo distanziert sich von einer Kampagne, die Scholz & Friends vor drei Jahren als Wettbewerbsarbeit eingereicht hatte. Eines der Motive trug eine homophobe Headline, weshalb Maredo nun in den sozialen Netzwerken Ärger bekam.

Text: Markus Weber

21. Mar. 2012

Es sind solche Geschichten, die die ewige Diskussion um Gold-Ideen und reine Wettbewerbsarbeiten immer wieder auf's Neue anfachen. Die typische Situation: Eine Agentur hat die Idee zu einer außergewöhnlichen Kampagne, aber leider fehlt ihr der passende Kunde dazu. Doch sie macht sich trotzdem an die Arbeit - in der Hoffnung, dass das Unternehmen im Nachhinein vielleicht doch noch sein "Go" erteilt.

So ähnlich ist es vor mittlerweile vier Jahren auch zwischen der Steakhouse-Kette Maredo und der Agentur Scholz & Friends gelaufen. Für die Agentur verlief dieses Gold-Idee-Projekt zunächst auch recht erfolgreich. Beim ADC-Wettbewerb 2009 gab es für eines der Motive (siehe Abbildung) - genauer gesagt für dessen Text - immerhin einen Nagel in Silber.

Weil ein anderes Motiv aus der Serie allerdings den homophoben Text "Tofu ist schwules Fleisch" trug, hagelte es nun - drei Jahre später - Kritik in den sozialen Netzwerken. Irgendwie war das alte Motiv in den Sphären des Web 2.0 wieder aufgetaucht, obwohl Maredo nach eigenen Angaben im Frühjahr 2009 Scholz & Friends dazu aufgefordert hatte, jeden weiteren Einsatz zu unterlassen und mögliche Veröffentlichungen zu stoppen.

Auf seiner Unternehmens-Website distanzierte sich das Unternehmen in dieser Woche nochmals von der Kampagne. "Dies war, ist und wird niemals Werbung unseres Hauses. Vielmehr war dies ein Wettbewerbs-Beitrag einer Werbeagentur, den wir nie beauftragt oder genehmigt haben. Wir distanzieren uns ausdrücklich von diesen Inhalten", heißt es da. Bei Scholz & Friends meinte man auf Anfrage, heute würde man dieses Motiv ganz bestimmt nicht mehr so machen. Die Agentur bedaure es zutiefst, falls man durch den inzwischen vier Jahre zurückliegenden Vorgang die Gefühle Homesexueller verletzt habe.


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.



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