Reaktionen auf OWM-Studie :
Ahnungslose Marketer? - Das sagen die Agenturchefs

Die von W&V Online befragten Agenturchefs sind sich weitgehend einig: Ja, es gibt ein Problem - vor allem auf der Top-Management-Ebene.

Text: Markus Weber

- 5 Kommentare

Die Studie der Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM) und der Beratungsfirma McKinsey hat es in sich. Laut der Untersuchung, die in der aktuellen W&V-Ausgabe vorgestellt wird (Nr. 44/2012 vom 1.11.), entscheiden die Marketer in den Unternehmen über Millionen-Investitionen ohne ausreichende Faktenbasis. Das Know-how der Marketing-Entscheider kann mit den raschen Veränderungen in der Kommunikationslandschaft nicht Schritt halten.

Deckt sich dies mit den Erfahrungen der Agenturchefs? W&V Online hat nachgefragt: bei Jung-von-Matt-Chef Peter Figge, bei Ogilvy-Deutschlandchef Thomas Strerath, Thjnk-Boss Michael Trautmann, Stephan Rebbe von Kolle Rebbe und bei anderen Top-Werbern.


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.



5 Kommentare

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Anonymous User 3. November 2012

P.S. Der Vorstandsvorsitzende könnte sogar noch etwas hinterherschicken: "Lassen Sie mich Ihnen noch etwas Persönliches sagen. Wir alle wissen, dass die Kreativbranche das Online-Zeitalter Anfang der 90er-Jahre gnadenlos unterschätzt hat. Ihr viel gerühmter ADC hat sich erst ab dem Jahr 2000 dazu herabgelassen, Online-Arbeiten auszuzeichnen. Heute befinden wir uns im Jahr 2012. Ein ganzer Kontinent wartet darauf, gestaltet zu werden. Die ganze Welt blickt dabei auch auf Deutschland. Und wir, die Wirtschaftslenker Deutschlands, schauen auf unsere Kreativen und beobachten mit Spannung, was die Kreativbranche aus dieser Herausforderung machen wird. Und was passiert? Sie erzählen uns etwas von Nachschulungen und großem Lerneifer, um möglichst alle Kommunikationskanäle zu bespielen. Ein solches Signal hätten wir vor zwanzig Jahren gerne vernommen. Heute betrachten wir das als "Werben mit Selbstverständlichkeiten", was eigentlich verboten ist. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, aber wenn meine Marketing-Abteilungen Sie weniger respektvoll behandeln, dann kommt da auch sicherlich auch die Enttäuschung durch, dass die Kreativbranche so wenig versessen ist auf wirkliche Pionierleistungen, dass sie so viele Chancen verstreichen lässt und noch nicht einmal bei einem historischen Projekt wie Europa zugreift. Und das erhärtet wiederum den Verdacht, dass Sie auch nicht bereit sind, für uns und für unser Geld alles zu geben."

Anonymous User 3. November 2012

Marketer und Agenturen haben sich nur um eine Sonne zu drehen - das ist die Zielgruppe (ja, die gibt es immer noch). Die wird aber hier mit keinem Wort erwähnt. Für wen oder was soll dann bitte die Schulbank gedrückt werden? Es ist alles richtig, was die Alpha-Männer (und nicht eine einzige Alpha-Frau) sagen, aber damit ist es auch schon wieder falsch. Ich vermisse hier eine Branche, die nach vorne prescht, die früher erahnt, was Menschen wollen, und die dafür bereit ist, das Falsche zu tun, was das Neue meistens ist. Wo ist der Ausfallschritt, der schon vor der Finanzkrise hätte erfolgen müssen? Wo sind die Kreativ-Armeen, die jeden Landkreis in Breitbanddeutschland durchwirken, um die Hefe in einem großen kreativen Gärungsprozess zu sein, um früher zu erahnen, was Menschen wollen, um so auch die Marketer lebensnäher beraten zu können? Und kann es sein, dass sich Werber und Marketer in Zukunft noch stärker damit befassen dürfen, wie man den Zielgruppen mehr Kaufkraft verleiht, damit nach der erfolgreichen Online-/Offline Werbung auch wirklich ein Kaufakt erfolgt? Ich sehe eine Branche, die die Pionierarbeit scheut und sich lieber in der Defensive einrichten will. Man will warten, bis eine neue Entwicklung so weit gediehen ist, dass man sie den Kreativen "beibringen" kann? Ist das die Botschaft, die man als Avantgarde den Unternehmensvorständen entgegenbringen will? Was käme wohl als Antwort: "Jungs, ich bin ja froh, dass Ihr jetzt alle clean seid, aber wir haben Euch auch deshalb diese Monsterhonorare gezahlt, damit Ihr etwas Geld für´s Gehirndoping übrig habt und Grenzen überwindet. Oder damit Ihr mit Andersdenkenden klar kommt, mit denen wir nicht klar kommen, um aus ihnen etwas herauszupressen, was uns einen Wettbewerbsvorteil verschafft. Wenn das aber nicht mehr gegeben ist, weil Ihr findet, dass das Verrückte unseriös ist, und dass man nicht mehr für seine Überzeugung sterben sollte, dann werdet Ihr auch nicht mehr den entsprechenden Nachwuchs in Euren Bann ziehen, dann seid Ihr halt eine ganz normale Dienstleistungsbranche...und wenn das mittlerweile so weit gediehen ist, fahre ich mit einer Inhouse-Agentur einfach günstiger."

Anonymous User 2. November 2012

Mich würde interssieren, wie sich die OWM-Mitglieder bei dieser Betrachtung fühlen....

Anonymous User 2. November 2012

es fängt schon in den personalabteilungen der werbetreibenden unternehmen an (nicht agenturen): hat ein bewerber nicht den standard lebenslauf die die personalabteilung sucht, wird er aussortiert. Wer nur Marketing und BWL Studiengang Absolventen einstellt, der wird nicht automatisch immer die leute einstellen die den job gut machen...

Anonymous User 2. November 2012

Liebe Agenturen: Fachkräfte wachsen nicht auf den Bäumen. Und: Mitarbeiter können dazulernen - wenn man sie lässt! Schickt das Wissen nicht mit den Mitarbeitern fort, sondern haltet es in der Agentur (= Wissensmanagement). Im Laufe seines Berufslebens hat der Ø Arbeitnehmer 400 Stunden Fortbildung genossen. Bei den Eidgenossen sind es 710, bei den Dänen gar über 900 Stunden. Wie viel davon bekommt er in einer Agentur? Wie viel bezahlt die Agentur davon? Bildungsurlaub? …Es gibt immer was zu tun ;-)

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