CDU ätzt gegen Gemein-Kampagne: "Der größte Unsinn"

Der Wiesbadener Agenturchef und frühere Merkel-Komminikator Franz-Josef Gemein blamiert sich mit seinem privaten Wahlkampf für Norbert Röttgen. Sogar der CDU ist die Facebook-Aktion peinlich.

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29. Mar. 2012

Er hat es gut gemeint, der Herr Gemein. Mit seiner Facebook-Initiative "Weniger Kraft“ wollte der Wiesbadener Werber der CDU und ihrem Spitzenkandidat Norbert Röttgen im Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen unter die Arme greifen - ungefragt und unentgeltlich. Aber der Schuss ging nach hinten los. Die Sprecherin der CDU in NRW, Julika Lendvai, macht gegenüber den Bloggern von Ruhrbarone.de deutlich: "Das ist der größte Unsinn, den ich je gesehen habe."

Kein Wunder, denn die Sprüche wirken in der Tat platt. Es sind bloße Wortspielereien mit dem Nachnamen der SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft. Hier ein Beispiel: "Wie nennt man es, wenn Rot-Grün wider besseres Wissen die Kommunen finanziell im Stich lässt? AbwehrKraft". Andere Ideen sind KraftStau, KraftWort, KraftAkt und so weiter. Ausgerechnet Franz-Josef Gemein, Inhaber der Agentur Friedsam & Gemein, lässt sich also zu Wortspielen mit Nachnamen hinreißen.

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Am heftigsten fiel wohl der Blog-Beitrag des Ex-Handelsblatt-Redakteurs Thomas Knüwer aus. Auf seinem Medienblog "Indiskretion Ehrensache“ ätzt Knüwer, "die Motive bewegen sich auf einem Niveau, das selbst für Crystal-Meth-abhängige Schabrackentapire peinlich wäre". Auch rügt er die Bildsprache der Kampagne, die eine Hannelore Kraft mit Luftblasen im Hirn zeigt, oder sie mit einem Stinktier vergleicht.

Die Kommentare der Facebook-User sind ebenfalls wenig schmeichelhaft. "Peinlicher geht's nicht mehr" oder "absolute Inhaltsleere" wird den Urhebern der Seite da vorgeworfen. Es findet sich kaum einer, der die Aktion gutheißt.

Gegenüber dem "Handelsblatt" gibt der Initiator Franz-Josef Gemein zu Protokoll, er habe bloß "zuspitzen" wollen. Die negative Reaktion auf die Bildmotive könne er nicht nachvollziehen. Das ist insofern interessant, als Gemein früher selbst für die CDU tätig war und den Politikbetrieb eigentlich aus dem FF kennen müsste.Gegenüber W&V Online wollte sich der Agenturchef trotz mehrmaliger Nachfrage nicht äußern.

Zwischen 2002 und 2004 war er stellvertretender Bundessprecher der CDU, arbeitete direkt unter Angela Merkel. Damals betreute sogar die Online-Aktivitäten der Partei im Bundestagswahlkampf 2002. Außerdem war er unter Ex-Ministerpräsident Roland Koch einst Sprecher des hessischen Sozialministeriums, bevor er sich mit seinem Kompagnon Reiner Friedsam und dem vielsagenden Agenturnamen Friedsam & Gemein in Wiesbaden selbstständig machte.

In dieser neuen Funktion hat er einmal einen Auftrag für die CDU Deutschland übernommen und den prominenten Kunden auch als Referenz auf seiner Agentur-Homepage angegeben. Allerdings nur so lange, bis die Wogen des Protestes gegen seine CDU-nahe Aktion hochschlugen. Gegenüber dem "Handelsblatt" gibt er zu, den Hinweis auf die CDU von seiner Seite genommen zu haben. Genutzt hat es ihm bekanntlich wenig. Denn das Impressum auf der umstrittenen Facebook-Seite entlarvt ihn ohnehin als Urheber der Volte.

Die CDU prüft jetzt rechtliche Schritte gegen den Gratis-Wahlkampf, der wohl mehr schadet, als nutzt. Allerdings mit wenig Aussicht auf Erfolg, wie man intern munkelt. Zwar wirbt Gemein mit den Farben der Bundes-CDU, verwendet allerdings nur den Slogan "Besser Röttgen" und ein Piktogramm des Politikers. Kein Hinweis auf die CDU als Absender.

Dass Gemein die Seite vom Netz nimmt, ist eher unwahrscheinlich. Auf Facebook gibt er sich kämpferisch: "Einschüchterungsversuche gehören offenbar zum Repertoire der Gegenseite" heißt es da. Auch die Tatsache, dass die Partei, die er eigentlich unterstützen will, nur die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, kümmert ihn offenbar wenig. In einem Kommentar auf "Weniger Kraft" kraftmeiert er: "Wir machen weiter."

ps/jps


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