Andere Kunden, wie aktuell Axel Springer mit "Bild", wollen in ihrem Drang nach Flexibilität und Modernität in der Zusammenarbeit mit Agenturen gar nichts mehr definieren. Feste Agenturpartner lehnen sie künftig strikt ab und wollen ab sofort nur noch Einzelprojekte vergeben.

Aus individueller Kundenperspektive mag das zunächst sinnvoll und zeitgemäß erscheinen: Wer braucht schon feste Agenturpartner, wenn man für Projekte immer wieder die freie Auswahl und alle Optionen eines riesigen Agenturmarktes haben kann? Wer braucht die Lead-Agentur, wenn man nach Lust und Laune Leads immer wieder neu vergeben kann?

Aber ist das partnerschaftlich? Geht so moderne und wertschöpfende Markenführung heute? Nein, denn das ist das Ende der wichtigen Symbiose zwischen Kunde und Agentur, aus der immer wieder grandiose und wertvolle Arbeiten entstehen.

Es ist der Anfang eines taktischen Ideen- und Preiskampfes, an dessen Ende nur noch eine zusammenhanglose Reihe von billigen Einzelprojekten unterschiedlichster Agenturen für eine Marke steht.

Und es ist alles andere als sportlich und keine gewinnbringende Partnerschaft, die Agenturen dazu antreibt, nachhaltigere Strategien und bessere Arbeiten für Kunden zu entwickeln.

Es ist das Ende einer fairen Zusammenarbeit zwischen Kunden und Agenturen, in der Marken nur an Wert verlieren können.

Der Autor: Matthias Meusel ist Managing Director von Grey Berlin. Die Agentur arbeitet u.a. als Leadagentur für Weber Grill EMEA und für die Kunden Toyota, Bosch Hausgeräte, Getränke Hoffmann, Discovery Networks und Tirendo. Vor seinem Wechsel auf Agenturseite war Meusel Marketingchef von Mobile.de.


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