Event-Klima 2012: Live-Kommunikation peilt Rekordmarke an

Der Verband für Direkte Wirtschaftskommunikation FAMAB legt eine positive Prognose vor: In diesem Jahr sollen die Gesamtausgaben für Marketing-Events erstmals die Marke von 2,5 Milliarden Euro überschreiten.

Text: Raoul Fischer

- keine Kommentare

Die Aussichten sind gut: 2012 sollen die Gesamtausgaben für Marketing-Events erstmals die Marke von 2,5 Milliarden Euro überspringen, im Fünfjahrszeitraum zwischen 2010 und 2012 sollen die Ausgaben für Eventmarketing um rund 25 Prozent steigen. Das geht aus der Studie Eventklima 2012 hervor, die der FAMAB am heutigen Donnerstag in Frankfurt vorgestellt hat. Bereits zum vierten Mal ließ der Verband durch das Marktforschungsinstitut TNS-Infratest die Expertenbefragung durchführen. Die ergibt für die Event-Branche ein durchaus erfreuliches Bild. Allein die steigende Zahl der Pitches in diesem bereich stellt Agenturen vor immer größere Probleme.

Die Studie zeigt unter anderem eine deutliche Steigerung im Bereich Public- und Consumer-Events: Über eine Milliarde Euro fließen inzwischen jährlich in diese Maßnahmen. 78 Prozent der Befragten sehen, dass Event-Marketing mit Blick auf die markenkommunikation das Instrument der Zukunft ist, 66 Prozent sehen, dass die klassische Werbung demgegenüber an Bedeutung verliert. 62 Prozent der Befragten sicher, dass Eventmarketing sich zunehmend als Instrument der integrierten Markenführung entwickeln wird.

Für die Studie hat TNS Infratest insgesamt 226 Expertenbefragt: 119 der Tob Werbetreibenden in Deutschland, 67 Mittelständler und 64 Event- und Netzwerkagenturen. Ein differenziertes Bild ergibt sich bei beim Ausgaben-Mix: Bei den Top-Spendern fließen 40 Prozent der Gesamtwerbe-Etats in direkte Wirtschaftskommunikation: Messen, Events und Sponsoring. Bei den Mittelständlern sind es sogar 54 Prozent. In Zeiten von Social Media bekommen Events zudem eine wichtige neue Funktion: 84 Prozent sehen in Veranstaltungen eine wichtige Integrations-Funktion für digitale Maßnahmen. "Events liefern den Inhalt, die Verbreitung findet über digitale Kanäle statt", sagt Ulrich Roth, Geschäftsführer von Roth & Lorenz und Mitglied des Famab bei der Präsentation der Studie.

Die Agenturen ziehen für das vergangene Jahr zwar eine positive Bilanz und schauen optimistisch auf das kommende Jahr. Allerdings sehen sie auch Probleme: Zwar stimmen 80 Prozent aller Befragten der Aussage zu, dass Eventmarketing nur dann erfolgreich sei, wenn es nachhaltig und langfristig in der Markenkommunikation eingesetzt werde. Doch in der Auftragsvergabe setzt sich das erst langsam um. 80 Prozent der Top-Spender und 63 Prozent der Mittelständler vergeben Aufträge projektweise, 14 Prozent bzw. 10 Prozent gehen längerfristige Verträge ein.

Ein weiteres Problem: Die Anzahl der Pitches nimmt kontinuierlich zu. Waren es 2009 noch durchschnittlich 18 pro Jahr, die eine Eventagentur zu bewältigen hatte, sind es heute 26,2. Roth sieht darin ein großes problem, vor allem für kleine Agenturen. Pitch-Honorare lägen bei 100 bis 500 Euro, die Kosten für die Agentur beliefen sich tatsächlich auf über 20.000 Euro. "Jede Agentur geht durchschnittlich zwei Mal pro Monat durch die Hölle", sagt Roth. Die durchschnittlichen Kosten betrügen pro Jahr 640.000 Euro. Bei einem durchschnittsvolumen betreuter Marketing-Events von 8,84 Millionen Euro pro Agentur sei das ein erheblicher betriebswirtschaftlicher Posten.


Autor:

Raoul Fischer
Raoul Fischer

Raoul Fischer ist Autor und Korrespondent der W&V in Frankfurt am Main. Der Fachjournalist beobachtet die Entwicklungen im digitalen Markt und schreibt für W&V auch Beiträge zum Thema Employer Branding.



0 Kommentare

Kommentieren

Diskutieren Sie mit