ADC-Festival :
Facebook-Kreativchef D'Arcy beim ADC-Kongress: "Fernsehen wird zum Radio"

Mark D'Arcy, weltweiter Kreativ-Chef von Facebook, befasste sich beim ADC-Kongress als Hauptredner mit der Revolution in der Alltagskommunikation. Und mit den neuen Spielregeln für die Werbung. 

Text: Uli Busch

Neuartige Werbestrategien in einer digitalen Welt sind das zentrale Thema beim Festival des Art Directors Club für Deutschland (ADC) in Hamburg. "Nirgendwo gehen Sterne so schnell auf und verglühen so schnell wie im Universum der digitalen Zukunft", sagte Dörte Spengler-Ahrens von der Agentur Jung von Matt/Fleet zur Eröffnung des Kongresses im Rahmen des Festivals. Die Kreativdirektorin erinnerte dabei an hochgehypte Internet-Phänomene wie AOL, Second World oder StudiVZ, die heute schon nostalgische Erinnerungen auslösen.

Als einer der Hauptredner auf dem Kongress beschäftigte sich Mark D'Arcy, weltweiter Kreativ-Chef von Facebook, mit der Revolution in der Alltagskommunikation. "Wer in den siebziger Jahren eine Fernsehsendung sehen wollte, musste rechtzeitig zu Hause sein", sagte er. "Sonst hatte er die Sendung für immer verpasst." Heute dagegen könnten die Mediennutzer zu jeder Zeit und an jedem Ort jeden beliebigen Inhalt konsumieren. "Das heißt: Alles was Du machst, steht im Wettbewerb zu allem, was jemals gemacht worden ist", sagte D'Arcy.

Vor diesem Hintergrund müsse Werbung neu gedacht werden. "Nicht mehr der Fernseher ist der erste Schirm, sondern das mobile Gerät, mit dem wir kommunizieren und in Kontakt sind", sagte D'Arcy. "Fernsehen wird zum Radio und läuft nebenbei." Die  Aufmerksamkeit der Nutzer werde durch die Kommunikation gefesselt; sie verbringen mehr Zeit auf Facebook als auf jeder anderen Seite. Mit einer sehr persönlichen und emotionalen Ansprache könnten die Hersteller von Markenartikeln über Empfehlungen und Weiterleitungen innerhalb der Facebook-Welt enorme Werbewirkungen erzielen. Mit klassischen Medienkampagnen habe das aber wenig zu tun und müsse auf die jeweilige Marke und die potenziellen Kunden abgestimmt sein. (dpa)