Ungewöhnliche Stellenanzeige :
Freisinger Agentur-Chef will nur Mütter einstellen

Seine außergewöhnliche Stellenanzeige hat Agentur-Chef Michi Kasper schon um die 100 Bewerbungen eingebracht. Von Leuten, die sonst oft als erstes aussortiert werden: Müttern.

Text: Annette Mattgey

Das Statement von Michi Kasper.
Das Statement von Michi Kasper.

Um die 100 Bewerbungen sind bereits bei Michi Kasper eingegangen. Mit seiner Stellenanzeige, die er zum ersten Mal vor rund einer Woche via Facebook geteilt hat, hat er seine Agentur zum Gesprächsthema gemacht. Denn er sucht darin explizit nach Leuten, die bei anderen Personalchefs gerne aussortiert werden: Mütter.

Seine viel diskutierte Facebook-Anzeige (hier der jüngste Post):

Die Annonce bekommt viele Sympathiebekundungen, doch verstößt sie gegen das Allgemeine Gleichheitsgesetz (AGG), das Arbeitnehmer vor Diskriminierung schützen soll, erklären Juristen in der "Süddeutschen Zeitung".

Viele betroffene Mütter melden sich zu Wort:

So positiv äußern sich andere User:

Mit seiner Aktion will Kasper andere Unternehmen motivieren, sich über ihre Einstellungskriterien Gedanken zu machen. Firmenchefs schneiden sich ins eigene Fleisch, wenn sie Mütter ablehnen, gerade in Arbeitsamtsbezirken wie Freising, in denen nahezu Vollbeschäftigung herrscht: "Außerdem haben wir in Freising ein riesiges Personalproblem und gleichzeitig sitzen so viele hoch qualifizierte Frauen zu Hause."

Wie es weitergeht und wieviele der Bewerberinnen eingestellt werden, lässt sich auf der Facebook-Seite von Kasper Communications verfolgen.


Autor:

Annette Mattgey, Redakteurin
Annette Mattgey

Seit 2000 im Verlag, ist Annette Mattgey (fast) nichts fremd aus der Marketing- und Online-Ecke. Das Schwesterblatt LEAD digital begleitet sie seit 2011 treu online und versucht, dafür ordentlich Buzz bei Facebook und Twitter zu machen. Ausflüge zu W&V sind durchaus willkommen, insbesondere wenn es um Kampagnen und Karriere-Themen geht.