Argonauten-Comeback :
Geht es um die eigene Marke, sehen Agenturen gern alt aus

Die Argonauten kehren als Agenturmarke zurück. Schwierig, findet Kontakter-Redaktionsleiter Peter Hammer.

Text: Peter Hammer

Peter Hammer ist Redaktionsleiter beim Kontakter
Peter Hammer ist Redaktionsleiter beim Kontakter

Nervt es Sie auch, wenn altbekannte Marken nach vielen Jahren wieder aus der Versenkung auftauchen und so tun, als hätte sich nichts geändert? Obgleich der Name im schlimmsten Falle nur mehr eine verkaufsfördernde Hülle ist und die einst mit der Marke verbundenen Eigenschaften fraglich sind?

Das gilt auch für Agenturen. Dieser Tage erst wurde verkündet, dass die Argonauten wieder in See stechen - unter dem Dach der Geometry Group. Die Argonauten "ist eine Love Brand. Sie war immer Teil unserer DNA, umso mehr freuen wir uns, sie wiederzuhaben", konstatierte Diego Miranda, CEO der Geometry Group zum Relaunch.

Von welchen Argonauten spricht Miranda? Von der einst inhabergeführten Digitalschmiede, die 2004 an Grey verhökert wurde? Von der Agentur, die mit Dynamic CRM und Grey Direct verschmolzen wurde? Oder von der Rumpfagentur, die nach dem Verkauf von Grey an WPP übrig blieb? Vielleicht meint er aber die Argonauten 360 Grad, die 2006 zum G2-Netzwerk stießen und die 2013 in Geometry Global aufgingen?

Markenführung gehört zu den Kernaufgaben von Agenturen. Doch - wie beim vielzitierten Schuster - scheitern die Werbehäuser gerne, wenn es um die eigenen Brands geht. Schade. Nur gut, dass am Ende die Leistung zählt. Und da werden sich die wiedergeborenen Argonauten erst beweisen müssen.