Interview :
Getty-Images-CMO Ellis: "Fotografie ist die Sprache der Zeit"

In den USA und England hängen gerade riesige Plakate mit eindrucksvollen Bildern. Die neue Kampagne stammt von Getty Images. Susan Smith Ellis, CMO der Bildagentur, erklärt die Strategie dahinter.

Text: Brigitte Bauer

21. Sep. 2015

In den USA und England hängen gerade riesige Plakate mit eindrucksvollen Bildern. Die neue Kampagne stammt von Getty Images. Susan Smith Ellis, CMO der Bildagentur, erklärt im Interview mit dem "Kontakter" die Strategie dahinter. Hier lesen Sie einen Auszug:

Frau Ellis, Getty Images launcht aktuell eine neue Kampagne in den USA. Was dürfen wir erwarten?

Wir starten Mitte September in den USA und in Großbritannien mit einer Markenkampagne. Auf großen Plakaten zeigen wir Bilder mit einem Zitat des Fotografen. Die Fotografen kamen zu uns ins Büro und haben erzählt, warum sie die Bilder aufgenommen haben, was passiert ist und warum sie so arbeiten. Wir zeigen also mit unserer Kampagne die Sichtweise der Fotografen. Bei Getty Images glauben wir an die Macht der Bilder, die Welt zu verändern, und das bringen wir nun nach längerer Zeit mit unserer neuen Markenkampagne zum Ausdruck.

Mit welcher Agentur arbeiten Sie hierfür zusammen?

Die Agentur heißt The Motive. Gründerin ist Jenifer Willig. Sie war damals CMO bei der Initiative RED, als ich dort CEO war. Wir kennen uns schon lange. Wissen Sie, oft arbeitet man mit Agenturen zusammen, die das Briefing zwar annehmen, aber dann nicht das umsetzen, was man möchte. Wir haben mit der Agentur sehr eng zusammengearbeitet, weil Getty Images tollen Content mit tollen Fotografen verbindet. Und genau diesen Punkt wollten wir in der Kampagne zusammenbringen. Ich glaube, dass unsere neue Kampagne das Potenzial hat, lange für uns zu werben und zu wirken.

Mal provokativ gefragt: Braucht man heutzutage noch Bildagenturen?

Auf jeden Fall. Es wird Sie jetzt nicht überraschen, dass ich so antworte. Aber ich bin nicht erst dieser Meinung, seitdem ich für Getty Images arbeite. Diesen Standpunkt vertrete ich schon länger. Ein Beispiel: Wenn Sie sich die Apple-Kampagne „Shot with an iphone“ ansehen, die gerade erst in Cannes Löwen gewonnen hat, dann zeigt das, dass Fotografie die Sprache unserer Zeit ist. Aber wir leben auch in einer Zeit von Konflikten. Alle Fotografen, die draußen unterwegs sind, zum Teil in Konfliktgebieten, haben die Möglichkeit, durch uns all ihre Fotos täglich zu veröffentlichen. Ein anderer Grund für unsere Daseinsberechtigung: Wenn im Bereich Sportfotografie Millisekunden abgebildet werden, dann werden Sie das nie mit einem iPhone schießen können. Mit Getty Images können wir diese tollen Fotos verkaufen.

Sie engagieren sich auch für die „Global Goals“-Kampagne der UN.

Das Projekt hat Richard Curtis, Filmemacher und Gründer von Comic Relief/Red Nose Day, initiiert. Dabei hat sich die UN zum Ziel gesetzt, im September sieben Milliarden Menschen innerhalb von sieben Tagen mit den „Global Goals“ zu erreichen. Das ambitionierte Ziel der Kampagne ist es, in den nächsten 15 Jahren 17 spezifische Ziele zu erreichen und damit drei grundlegende Dinge weltweit zu verändern. Dazu gehört extreme Armut zu beenden, Ungerechtigkeit und geschlechtsspezifische Ungleichheit zu bekämpfen sowie den Klimawandel ein für alle Mal in den Griff zu bekommen. Als Gründungsmitglied dieser Initiative stellt Getty Images seine Bilder und erstklassigen Fotografen für die Kampagne zur Verfügung, um diese Ziele mit Leben zu erfüllen und die globale Botschaft zu untermauern. Wir werden daran nicht finanziell beteiligt.

Wie wichtig ist soziale Verantwortung für Getty Images und Unternehmen generell?

Meiner Meinung nach ist soziale Verantwortung extrem wichtig für Unternehmen. Das Thema begleitet mich schon seit Jahren, auch in anderen Firmen, in denen ich gearbeitet habe. Vor allem junge Leute wünschen sich Unternehmen, die etwas verändern wollen. Wir setzen uns beispielsweise stark für Pressefreiheit ein und beteiligen uns am Chris Hondros Fonds. Der Fotojournalist wurde in einem Krisengebiet getötet. Zudem machen wir uns mit unseren Grants, einem Stipendienprogramm für kreative und redaktionelle Fotografie, für die Förderung von jungen Talenten stark.

Das ganze Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des "Kontakter". 


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