Halbjahreszahlen :
Gewinneinbruch bei WPP

Die weltweit größte Werbeholding wächst zwar viel schneller als die Konkurrenz: Dennoch verzeichnet WPP im ersten Halbjahr einen Gewinneinbruch um 53 Prozent. Mehr dazu hier.

Text: Markus Weber

Im vergangenen Jahr durfte sich WPP-Boss Martin Sorrell über Rekordzahlen freuen.
Im vergangenen Jahr durfte sich WPP-Boss Martin Sorrell über Rekordzahlen freuen.

Die weltweit größte Werbeholding WPP wächst zwar weiterhin viel schneller als die Konkurrenz. Dennoch verzeichnet WPP im ersten Halbjahr einen Gewinneinbruch um 53 Prozent. Das dürfte weniger mit dem britischen Brexit-Referendum zu tun haben als vielmehr mit den gestiegenen Unsicherheiten auf globaler Ebene. Das Halbjahresergebnis wurde zudem durch eine außerplanmäßige Abschreibung auf den US-Marktforscher Comscore belastet.

Beim Umsatz konnte WPP im ersten Halbjahr um fast 12 Prozent auf umgerechnet 7,6 Mrd. Euro zulegen. Der Gewinn nach Steuern brach dagegen ein: von 601 Mio. Pfund im ersten Halbjahr 2015 auf nunmehr 282 Mio. Pfund (umgerechnet 328 Mio. Euro). Die operative Marge konnte weiter gesteigert werden: um 0,4 Punkte auf 13,7 Prozent.

Am stärksten ist die Gruppe in Westeuropa (ohne UK) gewachsen - mit einem Umsatzplus von 17,4 Prozent. Im Halbjahresbericht ist von auflebenden Märkten in Deutschland, Spanien und Italien die Rede. Wie erst kürzlich aus einer Veröffentlichung im Bundesanzeiger hervorging, hat WPP hierzulande im Geschäftsjahr 2014 einen Jahresverlust von 146 Millionen Euro verbucht.

Beim Blick in die nähere Zukunft gibt sich die Agenturgruppe derzeit eher vorsichtig: Mit Sorge blickt man bei WPP insbesondere auf die weitere Entwicklung in Großbritannien, Brasilien und Russland.

Zur WPP-Gruppe gehören unter anderem Häuser wie Ogilvy & MatherScholz & FriendsGreyGroupMSyzygyTNS InfratestJ. Walter Thompson sowie Young & Rubicam.

Wie die übrigen internationalen Agenturholdings im ersten Halbjahr abgeschnitten haben, können Sie hier nachlesen.


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.