Änderungen im weltgrößten Kreativranking :
Gunn-Report umfasst Gunn 100 und WARC 100

Neue Methodik, neuer Name,Einbeziehung des Effizienzrankings WARC 100: Beim Gunn-Report ändert sich ab 2018 einiges. Was genau, lesen Sie hier.

Text: Susanne Herrmann

Emma Wilkie, Chefin des Gunn-Report.
Emma Wilkie, Chefin des Gunn-Report.

Die Werbebranche verändert sich massiv - und der Gunn-Report mit ihr. Seit Ende 2016 gehört der Kreativitäts-Index Gunn zum Werbemarktforscher WARC. Da der selbst das Effizienz-Ranking WARC 100 herausgibt, wird der Gunn-Report künftig beide Listen umfassen: Gunn 100 und WARC 100.

Beide Listen werden im Februar im Gunn-Report 2018 als Gunn 100 und WARC 100 herausgegeben. Im März folgt Gunn Media 100 mit den besten Media-Ideen und -Agenturen. Gunn 100 führt die kreativsten Kampagnen, Agenturen und Marken auf, basierend auf deren Abschneiden in weltweiten Kreativwettbewerben. Im WARC 100 werden Kampagnen und Firmen aufgeführt, die bei Effizienz- und Strategie-Award-Shows besonders gut abgeschnitten haben.

Gunn 100

Kategorien entfallen - der Gunn-Report hatte kanalspezifische Listen angefertigt. Gunn 100 wird nun die weltweiten besten Kreativideen aufführen, unabhängig davon, ob sie in Print, Bewegtbild oder Digital umgesetzt wurden. Damit will WARC abbilden, dass die Bedeutung von Multichannel-Maßnahmen steigt.

Der Gunn 100 werde außerdem die jeweils 50 weltweit kreativsten Agenturen, Agenturgruppen, Marken, Werbungtreibenden und eine Liste der kreativsten Nationen enthalten.

Dafür werden die 40 wichtigsten weltweiten, regionalen und lokalen Kreativwettbewerbe ausgewertet - welche das sind, bleibt unter Verschluss: Damit die Einreichung nicht dahingehend verzerrt werde.

Neue Rechenmethode

Die Erstellung der Ranglisten erfolgt nach Punkten, die bei den Wettbewerben erzielt werden. Für Grand Prix und vergleichbare Hauptpreise gibt es 10 Punkte, Gold ist 6 Punkte wert, Silber 4 und Bronze 2. Diese Punktzahlen werden je nach Bedeutung der einzelnen Award-Shows gewichtet.

Emma Wilkie, Geschäftsführerin des Gunn-Report, sieht das als "aufregendes neues Kapitel" in der Geschichte des Kreativrankings. "Seit Gründung des Gunn-Report 1999 haben sich die Branche und die Wettbewerbe weiterentwickelt. Das werden die Änderungen wiedergeben." Damit sei der Gunn-Report nun die zentrale Anlaufstelle für zuverlässige Informationen über die besten kreativen und effizienten Arbeiten und Media-Ideen, Agenturen und Marken.

WARC Media Awards 2017 - Use of Data

Zeitgleich mit den Änderungen hat WARC die Gewinner seiner Media Awards in der Kategorie der datenbasierten Kampagnen bekanntgegeben. Bewertet wurde die Kommunikationsplanung mit Blick auf die damit erzielten Umsatzergebnisse.

Der Grand Prix geht nach Australien, an "Don't ignore a cough" für das Hustenmittel Prospan (Agentur: Affinity). Um 27 Prozent habe Prospan seiunen Absatz steigern können, indem aus Kundendaten ein Algorithmus entwickelt wurde, der Mütter auf drohende Erkälrunsrisiken aufmerksam machte.

Eines der Motive für Prospan: Grand-Prix-Sieger bei WARC Media.

Eines der Motive für Prospan: Grand-Prix-Sieger bei WARC Media.

Gold holten die britische Kampagne "Everything but Rogue with Data" von OMD für Star Wars - Rogue One. Damit ließen sich unter anderem personalisierte Videos erstellen.

Gold gewannen außerdem zwei Kampagnen von OMD in Spanien: für das App-Loyalty-Programm "My McDonald's" und für "Irse de Madre", unterhaltsame Shareables im Auftrag des privaten Krankenversicherers DVK.

Zwei Arbeiten verdienten Silber, dreimal gab es Bronze. Dazu verlieh die Jury drei Special Awards für besondere Disziplinen:  den Best Real-Time Award (an den gleichzeitigen Silber-Gewinner Mytaxi/Kinetic), den Attribution Award (an Bronze-Sieger Noodles & Company/IMM) und den Data-Driven Insight Award (an Grand-Prix-Gewinner Prospan).

Juryvorsitzende Nicole Kane, Global Media Director von McDonald's: "Die Gewinner dieses Jahrgangs zeigen, wie kreativ und vielseitig Marken heute mit Daten umgehen."

Alle Sieger gibt es online hier.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.