Hochschule für Fernsehen und Film :
HFF-Studenten locken neue Kommilitonen

Anlässlich ihres 50. Geburtstags hat die Münchner Filmhochschule HFF ihre Studenten einen Werbefilm drehen lassen. Er soll potenzielle Bewerber motivieren.

Du willst es? Bleib dran! "Fight for your Ideas" ist der Titel des HFF-Studenten-Spots.
Du willst es? Bleib dran! "Fight for your Ideas" ist der Titel des HFF-Studenten-Spots.

"Fight for your Ideas." Das ist der Titel des zwei Minuten langen Videos der HFF-Studenten Benjamin Leichtenstern (Regie), Laura Mihajlovic, Laura Roll (beide Produktion mit Glitzerfilm), Caroline Meyer (Produktionsmitarbeit) und Lukas Nicolaus (Kamera). Das Motto steht zum einen für die Durchsetzungskraft, die Filmschaffende täglich brauchen, zum anderen soll er potenziellen Filmstudenten Lust machen - diesen Biss brauchen schon Bewerber an Filmhochschulen. 

Entstanden ist der Spot am Werbelehrstuhl von Professor Henning Patzner. Seine Studenten Leichtenstern, Roll und Mihajlovic haben sich, wie sie sagen, "bewusst gegen einen Vignetten-Spot aus Archivmaterial oder Lifestyle-Bildern entschieden". Stattdessen wollen sie ein gute Geschichte erzählen - die des schwierigen Wegs, die jeder Kreative zurücklegt, und der Hürden, die er dabei überwinden muss.

Eine davon ist die HFF-Bewerbung: Der Schritt, sich an der HFF zu bewerben, ist für jeden schwer und nervenaufreibend, sagen die Studenten. "Auch ich habe mich zweimal beworben, bevor ich angenommen wurde", erklärt Regisseur Leichtenstern.

Die Furcht vor dieser Hürde und der Möglichkeit, zu scheitern, will das Trio den potenziellen Bewerbern mit dem Spot nehmen und sie stattdessen motivieren.

Gedreht wurde in München mit den Hauptdarstellern Lavina Dunga, Nico Marischka und Lorenzo Germeno. Die größte Herausforderung dabei? "Tatsächlich das Wetter", berichten die drei Studenten: "Wir hatten den Dreh, mit der Aussicht auf sonniges Wetter, extra in den Frühling geschoben, aber leider genau in unserer Drehwoche, Anfang April, hat es in München unerwartet geschneit. Dieser Kälteeinbruch war mit den vielen Außenmotiven und einem Haus ohne Strom eine enorme Herausforderung für Team und Schauspieler."

Herausgekommen ist allen Widrigkeiten zum Trotz ein schöner Film für die eigene Hochschule als Kunden. Das sei, bekennen Leichtenstern, Roll und Mihajlovic, anfangs eigenartig gewesen.

Der Recruiting-Film wird online auf den HFF-Kanälen, bei Veranstaltungen und vor allem - aber erst ab Herbst - in Kinos sowohl in München als auch im übrigen Bayern laufen.

Seit der Gründung 1967 bildete die Münchner Hochschule für Fernsehen und Film rund 1800 Absolventen aus; rund 4000 Filme sind in diesen 50 Jahren an der HFF entstanden.

Zu den bekanntesten HFF-Absolventen und Vorbildern für Bewerber gehören Bernd Eichinger, Dominik Graf, Doris Dörrie, Caroline Link, Maren Ade, Roland Emmerich und Oscar-Preisträger Florian Henckel von Donnersmarck.

Werbung seit 20 Jahren auf dem Lehrplan

Ein weiteres Jubiläum wird in diesem Jahr begangen: Der Lehrstuhl Werbung wurde 1997 eingerichtet - erste Professorin war Philine Hofmann (die heute Philine von Sell heißt). Von 1999 bis 2015 leitete Christian Köster die Abteilung, heute Henning Patzner. "Werbung ist für die Studenten im Studium eine sehr wichtig Ergänzung zum Spiel- oder Dokumentarfilm. Wer dranbleibt, kann die HFF mit fünf Werbespots verlassen und dann nach dem Studium für Top-Werbefilmproduktionen arbeiten. Werbefilme machen Spaß, sind nach sechs Wochen wieder vorbei und bringen gutes Geld. Eine perfekte Beschäftigung also zwischen zwei langen Spielfilmen," sagt der Professor.

Patzner muss es wissen. Er war vor 20 Jahren selbst HFF-Student (1996-2000), bevor er für Embassy of Dreams Regie führte und dann 2002 als Texter zur Werbeagentur Jung von Matt wechselte. Bis 2014 war er als Kreativdirektor für Saatchi & Saatchi, Grabarz & Partner und schließlich vier Jahre lang als Kreativchef für Serviceplan Campaign in München tätig.

Das Fach Werbefilm ist ein freiwilliges Ergänzungsstudium für die HFFler nach dem Grundstudium. Das gern und erfolgreiche genutzt wird: Seit Gründung hat die Werbeabteilung rund 170 nationale und internationale Werbefilmpreise gewonnen. Zu den HFF-Absolventen, die im Werbefilm reüssierten, gehören beispielsweise die Regisseure Phillip Haucke, Chiara Grabmayr, Frieder Wittich, Claas Ortmann und das Regieduo Kronck und der Produzent Korbinian Dufter (Neue Super) sowie natürlich der heutige Lehrstuhl-Leiter Patzner.

Werbefilm-Highlights der Studenten

 

"Smudge" (2017); Idee/Regie: Benjamin Pfohl; Produktion: Garstig & Solide (Steffen Rodewoldt)

"Moonjourney" (2016); Idee/Regie: Chiara Grabmayr; Produktion: Trimaphilm Filmproduktion Goetze und Trauer (Trini Götze + Philip Trauer), Veronika Neuber

"Deutsche Bahn – Last Minute" (2015); Idee: Stephan Hilpert & Simon Amberger, Korbinian Dufter, Rafael Parente; Regie: Stefan Hilpert; Produktion: Neue Super (Simon Amberger, Korbinian Dufter, Rafael Parente)

"Hope" (2013); Idee/Regie: Daniel Rohm & Lennart Ruff/ Lennard Ruff; Produktion: Rovolution Film: Daniel Rohm, Jakob Vogt

"Der verrückte Laden" (2011); Idee/Regie: Claas Ortmann; Produktion: Neue Super (Simon Amberger, Korbinian Dufter, Rafael Parente) 

"Lada Niva: Roscosmos Edition I - III" (2010); Idee/Regie: Florian Friedrich; Produktion: Marc H. Lutz

"Moleskine Dein Raum" (2009); Idee/Regie: Arbia Said; Produktion: Said & Kruse (Henning Kruse)

"'Taz' Kiosk 1 + 2" (2009); Idee/Regie: Jens Junker, Philip Haucke/Jens Junker; Produktion: Drife Productions: Hendrik Feil, Florian Deyle, Martin Richter

"McDonald’s: Keine Gegenfrage 1 - 4" (1999); Idee/Regie: Frieder Wittich; Produktion: Drife Productions: Hendrik Feil, Florian Deyle, Martin Richter


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Und setzt sich als ehemalige Textchefin und Gelegenheitslektorin für Sprachpräzision ein. Ihre Lieblingsthemen reichen von abenteuerlustigen Gründern über Super Bowl bis Video on Demand – dazwischen bleibt Raum für Medien- und Marketinggeschichten.



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