Filmakademie Baden-Württemberg :
"Hitler kaputt": Mercedes distanziert sich von Regie-Abschlussarbeit

Tobias Haase, Werbefilmstudent an der Ludwigsburger Filmakademie, hätte die Geschichte des 20. Jahrhunderts gerne umgeschrieben. In seiner Regie-Abschlussarbeit selektiert der automatische Bremsassistent von Mercedes die Kinder im oberösterreichischen Braunau Ende der 1890er Jahre ganz genau.

Text: Markus Weber

Was wäre, wenn der Mercedes-Benz-Bremsassistent schon viel früher entwickelt worden wäre, viel besser funktionieren würde und womöglich eine richtige Seele hätte? Würde damit am Ende vielleicht sogar Geschichte umgeschrieben? Das fragte sich Tobias Haase, Werbefilmstudent an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg, und machte aus dieser Idee einen gut einminütigen Werbespot. Es ist die Regie-Abschlussarbeit des Nachwuchstalents, das im vergangenen Jahr beim Young Director Award in Cannes mit einem Preis ausgezeichnet wurde.

Dass sich der Stuttgarter Autohersteller von dieser studentischen Arbeit ausdrücklich distanziert, ist nicht weiter verwunderlich. Schließlich ist die Vorstellung, dass ein automatisches Bremssystem die Kinder, welche vor das Auto rennen, genau selektiert, wirklich nicht schön. Die Daimler AG hat mit der Entstehung des Films nichts zu tun. Der Spot ist nicht autorisiert. Technisch freilich wurde der Film hervorragend umgesetzt. Produziert wurde der Spot von der Filmakademie Baden-Württemberg, unterstützt von Blackpearl Film. Die weiteren Credits im Einzelnen: Produzenten Lydia Lohse und Holger Bergmann; Animation: Patrick Altmaier; Schnitt: Helmar Jungmann; Kamera: Jan Mettler.


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.