Sie sagen Kollegen, faktisch machen auch Sie Live-Kommunikation. Sehen Sie sich hier ein wenig als Journalist von Ort? 

Das ist gar nicht so neu. Bei Sport-Events in Deutschland gehen wir ja ähnlich vor. Was zählt, ist die schnelle Reaktion. Wir wollen die olympische Veranstaltung mit all ihren Emotionen und Erfolgen für alle zuhause in Deutschland greifbar machen und näher bringen. Es gilt also die Highlight-Motive in Echtzeit zu spielen.

Das bedeutet, wir haben bei einem Medaillengewinn so gut wie keine Zeit und müssen zur Not mit Bildern aus Trainingsrunden arbeiten. Gibt es keine geeigneten, müssen wir besonders schnell reagieren, sobald Bildmaterial online verfügbar ist. Oft geht es dabei nicht um Minuten, sondern Sekunden, insbesondere bei Staffel- oder Team-Erfolgen. 

Aber das entsteht nicht alles spontan?

Die Vorbereitung hat bereits im Früh-Sommer begonnen und mit der Kampagne "Merk Dir mein Gesicht" bereits vor Weihnachten einen ersten kommunikativen Höhepunkt. Wie bei den Sportlern waren aber auch bei uns die letzten Wochen die entscheidende Phase. Die gesamte Kommunikation wurde in den letzten Monaten in Deutschland erarbeitet und wird jetzt vor Ort aus dem Deutschen Haus heraus umgesetzt.

Dafür haben wir mit DOSB und DSM unter der kreativen Führung von Zoran Drobina und Raphael Brinkert sehr eng zusammengearbeitet.

Bedeutet das mehr Stress als im Büro von Hamburg aus zu arbeiten?

Ich durfte bereits 2016 bei den paralympischen Spielen in Rio vor Ort sein, so dass wir hier vor Ort und in Deutschland schnell auf ein eingespieltes Team zurückgreifen konnten. Gleichzeitig sind jedoch die Anforderungen gestiegen. Die Anzahl der Formate und Kanäle ist heute schlicht größer als vor zwei Jahren. Wir bespielen ja jetzt auch Whats App und Instagram, das macht die Aufgaben noch einmal vielfältiger.

Was war dein persönliches Highlight bisher?

Als unser Eiskunstlaufpaar Aljona Savchenko und Bruno Mars Gold geholt haben. Das war sehr emotional und unser Team und ich haben vorm Bildschirm den Wettkampf aufgeregt mit verfolgt, während ich auf aktuelles Bildmaterial gewartet habe und innerhalb kürzester Zeit das Motiv gebaut habe, um es noch "Perfect Minute" spielen zu können. Am meisten freu ich mich aber, wenn heute die Biathlon-Staffel noch einen Medaille holt. Die Headline, die dann kommt, ist einer meiner absoluten Favoriten.

Theresa Gramckow von Matt/Sports liefert die Inhalte

Theresa Gramckow - ein alter Hase bei Olympia.

Und nur diese Zeile zählt. Zuletzt kamen Kreationen wie: "Die weltbeste Heavy Medal Band" für das Triple der Nordischen Kombinierer. Nur produziert JvM/Sports anders als zu den Spielen in Sotchi und Rio jetzt deutlich mehr Inhalte. Das liegt auch an der Kooperation mit Eurosport. Vereinbart wurden Crossposting-Möglichkeiten auf Facebook zu Entscheidungen und Wettkampfbildern.

Besondere Olympia-Momente wie die Gold-Kür von Aljona Savchenko und Bruno Massot oder das Overtime-Tor des Eishockey-Teams im Viertelfinale gegen Schweden erreichten so auch auf den digitalen Kanälen Millionen-Reichweiten. Zudem gab es erstmals über die Story-Funktionen bei Instagram und Facebook besondere Einblicke ins Innenleben des Teams. Jens Behler, Head of Digital Communication beim DOSB: "Der Anklang bei den Athleten und in der Öffentlichkeit zeigt, dass wir auch dieses Mal richtiggelegen haben."

Um den Aufwand zu verdeutlichen, der hinter so einer Kommunikation steckt, nennen die Auftraggeber und die Agentur auch die Beteiligten, eine stolze Liste. Verantwortlich bei DOSB/DSM: Jens Behler, Claudia Wagner, Florian Frank, Beatrice Macek, Jörg Stratmann, Daniel Schüler, Marvin Ronsdorf. Von Seiten von JvM/Sports helfen: Raphael Brinkert, Zoran Drobina, Sebastian Plum, Felix Umbach, Theresa Gramckow, Gregor Ryl, Anna-Carina Thygs, Andre Rechlin, Yannick Maser und Laura Fahlbusch.


Autor:

Leif Pellikan
Leif Pellikan

ist Redakteur beim Kontakter und bei W&V. Er hat sich den Ruf des Lötkolbens erworben - wenn es technisch oder neudeutsch programmatisch wird, kennt er die Antworten. Wenn nicht, fragt er in Interviews bei Leuten wie Larry Page, Sergey Brin oder Yannick Bolloré nach.