Kreation des Tages :
Kampf dem Sexismus: Dove manipuliert Shutterstock

Wer sagt, dass schöne Frauen in der Werbung immer sexy sein müssen? Dove tritt den Gegenbeweis an und hat dafür Shutterstock gehackt. Nun spuckt der Algorithmus emanzipiertere Frauenbilder aus.

Text: Anja Janotta

Dove etabliert unter #image-hack neue Frauen-Bilder.
Dove etabliert unter #image-hack neue Frauen-Bilder.

Sexistische Frauenbilder beginnen mit der Werbung. Denn ein sexy Körper, sinnliche Lippen, viel Haut und ebenmäßige Konturen prägen das Schönheitsbild unserer Zeit. Auch auf Shutterstock. Dass auch Frauen ihren Mann stehen, dass sie kreativ und geschäftlich erfolgreich sind, dass sie sich für einen Ball auch mal in den Schlamm schmeißen und mit dem Boxhandschuh zuschlagen können-  das wird nahezu nie gezeigt. Schon gar nicht in der Werbung.

Dove, Vorkämpfer neuer Frauenideale, hat in Dänemark deswegen Shutterstock unterwandert. Die Kosmetikmarke hat  den mächtigen Such-Algorithmus der Foto-Community gehackt. Die Suchbegriffe "Beautiful Woman" und "Real Woman" wurden mit neuen Bildern überschwemmt. Allesamt von Star-Fotografen der Werbeindustrie geschossen. Aber eben nicht mit Bilder von Frauen, die sich halbnackt und dekorativ auf Kühlerhauben räkeln oder als Objekt der Begierde ihre vollen Lippen präsentieren. Sondern welche, die selbst und aktiv nach den Sternen greifen, die schlammbespritzt alles für den Sport geben.

Die Aktion #image_hack hat Schule gemacht: Nicht allein die Werbefotografen haben sich zu weiteren Shootings  inspirieren lassen, sondern auch die Agenturen haben Feuer gefangen. Die Mediaagentur Mindshare beispielsweise hat Motive aus den Shootings vor großen Agenturhäusern plakatiert, um sie zu animieren, diese  Bilder in ihren Kampagnen zu verwenden.

Tatsächlich, es hat geklappt, denn einige werbungtreibende Markenartikler sind tatsächlich auf den Zug aufgesprungen: Jetzt ziert zum Beispiel ein Mädchen mit Raketenflügeln die Frigo/Langnese-Plakate. Und eine verschmierte Automechanikerin wirbt für Ford.

(via Adfreak)


Autor:

Anja Janotta, Redakteurin
Anja Janotta

seit 1998 bei der W&V - ist die wohl dienstälteste Onlinerin des Hauses. Am liebsten führt sie Interviews – quer durch die ganze Branche. Neben der W&V-Morgenpost, Kreativ- und Karrierethemen schreibt sie ab und zu was völlig anderes - Kinderbücher. Das jüngste dreht sich um  ein paar nerdige Möchtegern-Influencer.