Katharina Stinnes tritt beim Kommunikationsverband zurück

Nach sechs Jahren legt Katharina Stinnes ihr Amt als Geschäftsführerin des Kommunikationsverbandes nieder. Der Verband will nach W&V-Informationen Kooperationsmöglichkeiten mit den CommClubs in Bayern ausloten.

Text: Markus Weber

06. Mar. 2012

Nachs sechs Jahren legt Katharina Stinnes zum 30. Juni 2012 ihr Amt als Geschäftsführerin des Kommunikationsverbandes nieder. Das hat sie am Wochenende auf der Mitgliederversammlung des Verbandes in Frankfurt mitgeteilt. Für sie sei jetzt der richtige Zeitpunkt zu gehen, erklärte Stinnes gegenüber W&V. Der Verband befinde sich in einem Selbstfindungsprozess.

Die anwesenden Mitglieder erteilten am Samstag ihrem Verbandspräsidium den Auftrag, Kooperationsmöglichkeiten mit den CommClubs in Bayern auszuloten. Lange Zeit galt das Verhältnis der beiden Verbände eher als schwierig. Die CommClubs Bayern hatten vor vielen Jahren dem Kommunikationsverband den Rücken gekehrt und waren als eigenständiger Verband für Bayern ausgeschert. Der Kommunikationsverband deckt als Berufsverband seither geographisch alle anderen Bundesländer ab.

In jüngerer Zeit hat sich das Verhältnis der beiden Verbände nicht nur verbessert - es gilt mittlerweile als außerordentlich gut. Alte Streitfragen - unter anderem um Geldzahlungen für bestehende Mitglieder - wurden dem Vernehmen nach im vergangenen Jahr beigelegt. Mit der Klärung all dieser Fragen könnte über kurz oder lang auch ein Zusammengehen der Verbände - also eine Art Wiedervereinigung - eine Option darstellen.

Nach W&V-Informationen wollen die Beteiligten bis zum 30. Juni prüfen, welche Kooperationsmöglichkeiten es für die beiden Verbände gibt und ob ein Zusammengehen überhaupt möglich wäre. Erschiene eine Fusion denkbar und sinnvoll, so könnten schon im Herbst außerordentliche Mitgliederversammlungen einberufen werden, um über das Thema zu beraten. "Wir stehen noch ganz am Anfang", heißt es dazu aus dem Kommunikationsverband.

Dass die beiden Berufsverbände finanziell keine großen Sprünge machen können, ist seit langem bekannt. Kosteneinsparungen sind immer wieder ein Thema. Neben Beitragszahlungen stellen auch Kreativ-Awards eine wichtige Einnahmequelle dar (beim Kommunikationsverband in Form der Klappe, dem BoB-Award und dem Golden-Eye-Award).

Von den 700 zahlenden Mitgliedern des Kommunikationsverbandes waren am vergangenen Samstag bei der Versammlung übrigens nur 20 anwesend.


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.



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