Debatte um Kreativwettbewerbe :
Kreativranking 2015: Grabarz & Partner marschiert zum Sieg

Mit der Agentur Grabarz & Partner gibt es nach Jahren einen neuen Gewinner im Kreativranking - mit Rekordpunktzahl. Platz zwei belegt GGH Lowe. Beide Agenturen haben gemeinsam das Projekt "Rechts gegen Rechts" eingereicht. Dieses Ergebnis passt allerdings nicht jedem.

Text: Daniela Strasser

- 12 Kommentare

Vieles ist anders in diesem Jahr beim Kreativranking. Das Wesentliche zuerst: Wie aufgrund des durchschlagendes Erfolgs der Anti-Nazi-Aktion "Rechts gegen Rechts" bei allen nationalen und internationalen Awardshows zu erwarten war, erobert die Hamburger Agentur Grabarz & Partner die Spitze. 2096 Punkte erreichte sie insgesamt, und damit deutlich mehr als Vorjahressieger Jung von Matt (1404). 1802 entfallen allein auf das Exit-Projekt, die restlichen Medaillen gab es für Volkswagen, Maxdome, Ikea und Wieners+Wieners. Vier Grands Prix, 41 mal Gold, 17 mal Silber und 26 mal Bronze: So liest sich das Gesamtfazit von Grabarz & Partner 2015.

Die Ergebnisse des Eurobest-Festivals, das diese Woche stattfindet, sind dabei noch nicht mitgezählt. Aufgrund der Erscheinungsweise wertet W&V die Eurobest-Ergebnisse 2014 im aktuellen Ranking.  

Auf dem zweiten Platz steht mit GGH Lowe die Agentur, die das Projekt gemeinsam mit Grabarz & Partner durchgeführt und eingereicht hat. Im Vorjahr stand dort noch die Serviceplan-Gruppe, die jetzt auf Platz fünf liegt. Die Ursprungsidee zum unfreiwilligen Neonazi-Spendenlauf hatte Philipp Schwartz, der zunächst bei Grabarz gearbeitet und dann als Strategiechef zu GGH Lowe gewechselt war. Realisiert haben es Mitarbeiter der beiden Agenturen dann zusammen im November vergangenen Jahres in Wunsiedel.

Einer von unzähligen Medienberichten:

Alle drei Spitzenplätze sind in diesem Jahr neu vergeben: Auf dem dritten Platz steht Kolle Rebbe, löst damit den Vorjahresdritten Heimat ab, der nun auf Rang elf und damit nicht mehr unter den Top Zehn rangiert. (Hier geht's zum PDF mit dem Kreativranking).

Während es sich bei den nachfolgenden - BBDO, Thjnk, DDB, Scholz & Friends und Ogilvy - um altbekannte im Top-Ten-Kreis handelt, kommt mit Grey auf Rang sechs ein weiterer Aufsteiger hinzu. Die Agentur hat das vor allem ihrem jungen Berliner Büro zu verdanken, das sich unter dem Kreativchef Oliver Handlos prächtig entwickelt hat. Dieser ist mittlerweile allerdings zurück in New York, das aber nur am Rand.

Der Sieg von Grabarz & Partner und GGH Lowe hat in der Branche eine Riesen-Debatte entfacht, genauer gesagt, er sollte sie entfachen. Es ist an der Zeit, dass sich die deutschen Werber einen anderen Umgang miteinander angewöhnen. Was für unschöne Dinge im Vorfeld der Veröffentlichung des Rankings passiert sind, lesen Sie in der neuen Ausgabe der W&V (Heft 49), die an diesem Montag erscheint. Darin finden Sie auch die 30 besten Agenturen sowie die Übersicht über die erfolgreichsten Auftraggeber und das Effizienzranking.


Autor:

Daniela Strasser, W&V
Daniela Strasser

Redakteurin bei W&V. Interessiert sich für alles, was mit Marken, Agenturen, Kreation und deren Entwicklung zu tun hat. Außerdem schreibt sie für die Süddeutsche Zeitung. Neuerdings sorgt sie auch für Audioformate: In ihrem W&V-Podcast "Markenmenschen" spricht sie mit Marketingchefs und Media-Verantwortlichen über deren Karrieren.



13 Kommentare

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Anonymous User 3. Dezember 2015

Läuft bei heimat

Anonymous User 30. November 2015

@von m:

Synonyme sind nicht zwangsläufig gleichbedeutend, sondern können auch nur in ihrer Bedeutung ähnlich sein:

http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/zwiebelfisch-abc-effektiv-effizient-a-311601.html

Anonymous User 30. November 2015

@M: Ja, eben :) Schon mal gemacht?

Anonymous User 30. November 2015

@Sabine C.: Ach ja, die deutsche Sprache. Mal einen Duden aufschlagen und nach Synonymen schauen hilft.

Anonymous User 30. November 2015

@ M: Effektiv und effizient haben nicht die "identische Bedeutung".
"effizient: wirksam und wirtschaftlich"; "effektiv: wirkungsvoll".
Das eine wirkt (effektiv), das andere wirkt maximal beim geringst möglichem Einsatz der Mittel (effizient).

Anonymous User 30. November 2015

@Reklamemädchen: effizient oder effektiv haben nahezu eine identische Bedeutung. Also, wenn überhaupt könnte man das "passendere" sagen.

@Raphael Brinkert: Laaangweilig, dieser Hinweis auf Klarnamen. Wenn ich einen persönlichen Austausch wünsche, dann schreibe ich den Leuten. Ich habe außerdem ernst gemeint, dass ich Respekt habe vor dem Erfolg. So ein Durchmarsch mit einer Idee passiert ja nicht oft. Mich freut es für die Kollegen. Neid liegt mir fern. Über die Umstände mache ich mir keine Gedanken. Aber das zu wiederholen wird sehr schwierig. Das kann ja nur zu Enttäuschung führen.

Anonymous User 30. November 2015

@ Herr Brinkert
Sie wollen tatsächlich sagen, dass die Ergebnisse, die ein System hervorbringt, nicht zu kritisieren sind, solange man die Regeln kennt?
Na gut, wenn man schon nicht das Ergebnis kritisieren darf, dann vielleicht zumindest das System selbst? Oder das auch nur mit Klarnamen?
Weil sich Anonymität und Kritik genau warum nicht miteinander vertragen? Nur mal so: Es gibt keine Ausweispflicht für Meinungsfreiheit.

Anonymous User 30. November 2015

@m: Egal, ob man 1000 Ideen investieren muss, um auf Platz 1 zu kommen, oder nur eine - beides ist "effektiv". Das passende Adjektiv in diesem Fall ist "effizient".

Anonymous User 30. November 2015

@von gruetze, @von m, @von Stefan,

Jeder kennt die Regeln, deswegen ist das Ergebnis auch zu vertreten, oder nicht? Schade jedoch, dass ihr ohne Klarnamen kommuniziert.

Glückwunsch an Grabarz & Partner und GGH Lowe sowie Grey zu dem Comeback! Wenn man ehrlich ist, dann sind es tolle Agenturen, die schon länger mal einen Platz ganz oben auf dem Treppchen verdient gehabt hätten.

Aber strengt Euch an: Nächstes Jahr machen wir wieder mit ;)

Anonymous User 30. November 2015

n diesem Jahr wird die Absurdität der Kreativrankings überdeutlich: Zwei Agenturen, die mit ein und derselben Social-Gold-Idee die ersten beiden Plätze belegen. Und auch der Rest der "wichtigsten Arbeiten" liest sich größtenteils absurd:
Weddinglope, Wall of Sound, Game Report: Alles wahnsinnig wichtige Arbeiten.

Anonymous User 30. November 2015

Wow, mit einer einzigen Idee das Ganze! Respekt, das ist effektiv! Und davon profitieren gleich zwei Agenturen. Nächstes Jahr dann wieder weiter unten, nä...

Anonymous User 30. November 2015

Die Exit-Idee ist echt schön. Aber wie sie abgeräumt hat geradezu absurd. Wir sollten diesen ganzen Awardzirkus endlich mal beerdigen.

Anonymous User 30. November 2015

in diesem Jahr wird die Absurdität der Kreativrankings überdeutlich: Zwei Agenturen, die mit ein und derselben Social-Gold-Idee die ersten beiden Plätze belegen. Und auch der Rest der "wichtigsten Arbeiten" liest sich größtenteils absurd:
Weddinglope, Wall of Sound, Game Report: Alles wahnsinnig relevante Arbeiten.

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