Maria weint und die Kirche sieht weg - Jugend gegen Aids schreibt offenen Brief

Bei Facebook ist die Aktion "Gott sei Dank - Kondome schützen" ein Erfolg, aber ihr Ziel hat sie nicht erreicht: Eine Reaktion der Kirche zu provozieren. Jetzt schreiben die Kirchen-Kritiker einen offenen Brief.

Text: Franziska Mozart

Knapp 10.000 Fans konnte der Schülerverein Jugend gegen Aids schon für seine Aktion "Gott sei Dank – Kondome schützen" gewinnen. Doch auf eine Reaktion der Kirche warten die jungen Kritiker noch immer. Daher wenden sie sich jetzt mit einem offenen Brief an die Öffentlichkeit. Darin fordern sie die Kirche auf, ihre Meinung gegenüber Kondomen zu überdenken. Ihr Wunsch ist, dass der Papst in seiner Weihnachtsansprache am 25. Dezember Kondome als effektiven Schutz vor einer Übertragung mit dem Virus anerkennt.

Besonders zuversichtlich sind die Kirchen-Kritiker aber nicht. Dennoch können sie sich über die Aufmerksamkeit von knapp 10.000 Facebook-Fans und den Medien freuen. Insgesamt habe die Aktion über 120.000 Menschen im Alter zwischen 14 und 34 Jahren erreicht, ist der Verein überzeugt. Die Statue soll demnächst auf Pilgerreise gehen und in Schulen Aufklärungsarbeit leisten. Außerdem wird die weinende Statue in einer Galerie in Berlin zu sehen sein.

Für jeden Facebook-Fan verliert eine Marienstatue eine Träne. Das Wasser sammelt sich in dem Glasbecken, in dem die Maria steht und reicht ihr inzwischen, gut drei Wochen nach Start der Aktion, bis zu den Schultern.

Die Hamburger Agentur Deepblue Networks unterstützt jedes Jahr die Stiftung Jugend gegen Aids. In diesem Jahr abeiten als Creative Director Oliver Drost und Christian Thron für die Aktion. Unterstützt werden sie von den Projektmanagern Steffen Esders, Benjamin Fischer und Sophia Boddin, Art Director ist Burkhard Müller, Designer sind Robin Janitz und Monika Weryha, Copywriter Svenja Eggers, Nils Kock und Sebastian Peters, Motion-Designer Axel Rudolph und Programmierer Jannick Garthen.