Führungskrise :
Mindshare-CEO Christian Scholz geht

Mindshare-Chef Christian Scholz hat es seit 2013 nicht geschafft, die Agentur neu auszurichten. Jetzt muss er gehen. Mediahäuser wie Mindshare stehen wegen der Digitalisierung schon seit langem unter Anpassungsdruck.

Text: Markus Weber

Die Mediaagenturen stehen wegen der Digitalisierung schon seit längerem unter erheblichem Anpassungsdruck. Mindshare-CEO Christian Scholz hat es seit 2013 jedoch nicht geschafft, die zur GroupM gehörende Agentur neu auszurichten. Und jetzt traut man es ihm offenbar auch nicht mehr zu.

An diesem Mittwoch (2.3.) verkündet das internationale Medianetwork, dass der deutsche Standort neu strukturiert wird und ab sofort ein neues Führungsteam das Ruder in Frankfurt übernimmt. Von heute an werden Chief Digital Officer Timucin Guezey und Chief Financial Officer Claus Lass interimsweise Mindshare in Deutschland führen. Ziel sei eine klare Fokussierung auf das Digitalgeschäft, das bei Mindshare künftig "noch konsequenter ins Zentrum gestellt werden soll", wie es offiziell heißt.

Guezeys digitale Vision und Lass' langjährige Agenturerfahrung brächten "das Beste aus zwei Welten zusammen für eine erfolgreiche Zukunftsstrategie", gibt sich Nick Emery, der Global-CEO von Mindshare hoffnungsvoll. Aktuell wird darüber spekuliert, ob Mindshare aufgrund der jüngsten Entwicklungen ein Stück weit an Eigenständigkeit verliert - und ob ein GroupM-Führungsmanager als CEO installiert wird.

Scholz hatte im Oktober 2013 bei Mindshare Germany den langjährigen Agenturchef Christof Baron abgelöst. Er war damals von der GroupM-Schwester Kinetic gekommen. Zum Kundenkreis von Mindshare Germany gehören unter anderem Unilever, Boehringer Ingelheim, Ford, Lufthansa, Nike und Aral.


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.