Ogilvy und Saatchi gewinnen O2-Pitch

Entscheidung in München: Die Networkagenturen Ogilvy & Mather und Saatchi & Saatchi werden künftig zusammen mit der Stammagentur VCCP für O2 Germany werben. Saatchi & Saatchi muss dafür seinen Kunden Deutsche Telekom endgültig opfern.

Text: Markus Weber

10. Jul. 2012

Die Entscheidung im Pitch um den Etat der Mobilfunkmarke O2 ist gefallen. Der bisherige Etathalter VCCP bleibt zwar weiterhin Leadagentur, wird aber künftig im Rahmen eines neuen Pool-Modells hierzulande von den beiden Networkagenturen Ogilvy & Mather und Saatchi & Saatchi unterstützt. Saatchi wird sich dabei um strategische Aufgaben kümmern, Ogilvy heuert als zusätzliche Kreativagentur an. "Wir sind sozusagen die Architekten", sagte Saatchi-CEO Michael Samak gegenüber W&V.

Ursprünglich hatte man damit gerechnet, dass O2 lediglich eine zusätzliche Agentur an Bord holen wollte, um so einen kontinuierlichen internen Wettbewerb mit dem Stammbetreuer VCCP zu initiieren. Dass jetzt gleich zwei neue Agenturen an Bord geholt werden, ist eine große Überraschung.

Insbesondere bei Saatchi & Saatchi brechen mit dem Neukunden O2 neue Zeiten an. Die Frankfurter waren jahrelang die Stammagentur der Deutschen Telekom und haben zuletzt international noch für T-Mobile gearbeitet. Nun muss Saatchi seinen Alt-Kunden endgültig opfern, um für dessen direkten Wettbewerber frei zu sein. O2 wird ab 1. August vom Berliner Büro aus betreut.

Für Ogilvy & Mather bedeutet der Pitch-Erfolg bei O2 - nach Etatgewinnen von Media Markt, Philips und Coca-Cola - die Fortsetzung einer fast beispiellosen Serie von Neugeschäftserfolgen. Der Mobilfunkanbieter wird künftig von einem integrierten Team von Frankfurt aus betreut. Die kreative Federführung liegt bei Matthias Storath (O&M Advertising). Auf der Beratungsseite hat Oliver Rosenthal von OgilvyOne den Hut auf. Zum betreuenden Team gehört aber auch Strategiechefin Larissa Pohl.

Das Nachsehen bei dem Pitch hatten die Agenturen BBDO und Grey. Gerade bei Grey dürfte die Enttäuschung groß sein, da sich die ehemalige O2-Agentur besonders große Hoffnungen gemacht hatte. (mw/cob)


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.



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