Mein perfektes Wochenende :
Ralf Kober: Mein perfektes Wochenende in Wien

Im Lebensqualitäts-Ranking von Mercer ist Wien der Dauersieger. Ralf Kober von Springer & Jacoby Österreich wundert das nicht. Hier beschreibt er sein perfektes Wochenende in der Stadt.

Text: W&V Redaktion

Von der "Lamée Rooftop Bar" in der Rotenturmstraße kann man den Blick über die Wiener Altstadt genießen.
Von der "Lamée Rooftop Bar" in der Rotenturmstraße kann man den Blick über die Wiener Altstadt genießen.

In Wien beginnt das Wochenende - im krassen Gegensatz zu Hamburg - bereits am Freitagnachmittag.

Sollten wir mal wieder Besuch aus Deutschland haben, ist eine Heurigen-Tour in Grinzing ein guter  Einstieg. Doch Vorsicht! So mancher Piefke (Deutscher vulgo Marmeladinger) ist aus den dortigen Touristenfallen nie wieder aufgetaucht. Bestens bedient ist man aber im "Heurigen in Residence" von Jutta Ambrositsch - sie und ihr Mann Marco Kalchbrenner öffnen allerdings nur an ausgesuchten Wochenenden. Brillant getextete Infos dazu gibt's auf ihrer Facebook-Seite. Einfach anfreunden.

Beim Heurigen in Grinzing.

Beim Heurigen in Grinzing.

Wer guten Wein und warme K&K-Küche genießen möchte (beim typischen Heurigen gibt's nur kalte Speisen), der ist beim Pfarrwirt am Pfarrplatz im 19. Bezirk bestens aufgehoben. Das Restaurant gehört der österreichischen Werbelegende Hans Schmid, der sich mittlerweile zum Wiener Multiunternehmer mit Gastronomiebetrieben, Winzerei, Kaufhaus (Steffl) und Eishockey-Club (Vienna Capitals) gewandelt hat. Erst vor ein paar Wochen gab's dort ein Treffen mit S&J-Gründer Reinhard Springer. Die beiden kennen sich noch aus alten GGK-Zeiten. Lustig war's, soweit ich mich erinnern kann.

Ich beim Pfarrwirt zwischen Reini Springer (l.) und Hans Schmid (r.).

Ich beim Pfarrwirt zwischen Reini Springer (l.) und Hans Schmid (r.).

Der Samstagvormittag beginnt zum Auslüften mit einem Spaziergang mit unserer Mischlingshündin Mim. Ihr und unser Lieblingsweg ist entlang des renaturierten und wunderschön romantischen Wien-Flusses, wo man mit Glück auch Biber, Reiher oder Eisvögel beobachten kann (ja, nach diesem Flüsschen wurde Wien benannt, die Donau floss ursprünglich am alten Wien vorbei).

Spaziergang entlang des renaturierten Wien-Flusses.

Spaziergang entlang des renaturierten Wien-Flusses.

Danach geht's zum Frühstück in eines der zahlreichen Wiener Kaffeehäuser. Wer es traditionell mag, ist zum Beispiel im Café Sperl in der Gumpendorferstraße oder im Bräunerhof nahe der Hofburg im 1. Bezirk immer gut aufgehoben. Nach dem Bräunerhof kann man gestärkt mit zwei Eiern im Glas und Schnittlauchbrot das Zentrum mit Hofburg, Stephansplatz und Kärntner Straße erkunden.

Fiaker in der Hofburg

Fiaker in der Hofburg

Dort sieht man das typische Wien mit Fiakern – und sehr vielen Touristen aus aller Welt. Apropos aus aller Welt: Im Meinl am Graben gibt's exklusive Lebensmittel von überall her – und wahrscheinlich die einzigen Einkaufswagen weltweit mit Ledergriff.

Von dort aus ist es auch gar nicht mehr weit zum perfekten Street-Food-Lunch im Hungry Guy. Der israelisch-österreichische Gastronom Eyal Guy hat im vergangenen Jahr zusammen mit drei Partnern (von denen ich einer bin ;-) das Szenelokal beim Fleischmarkt/Ecke Rabensteig eröffnet (direkt am Eingang zum "Bermuda Dreieck"). Meine Empfehlung: die Shawarma-Platte.

Kleiner Auszug aus der "Hungry Guy"-Speisekarte.

Kleiner Auszug aus der "Hungry Guy"-Speisekarte.

Zum Nachtisch geht's auf der Rotenturmstraße zum "Eis Greisler", der mit exotischen Sorten wie  Ziegenkäse oder Kürbiskernöl zahlreich Kundschaft anlockt (ehrlich!). Danach noch ein kleiner Abstecher in die Galerie von Magnum-Fotograf Erich Lessing in der Weihburggasse 22. Die Fotos (zum Teil alte Originalabzüge) gefallen auch Mim.

Mim in der Galerie von Erich Lessing in der Weihburggasse 22.

Mim in der Galerie von Erich Lessing in der Weihburggasse 22.

Wer während der Ballsaison in Wien ist, sollte sich jetzt zu einem Mittagsschläfchen zurückziehen, um für die lange Ballnacht fit zu sein. Die Auswahl der Bälle ist groß! Wer sich nicht beim Opernball vor der Loge von "Mörtel" Lugner herumprügeln möchte, geht lieber zu einem der vielen anderen schönen Bälle, zum Beispiel dem Kaffeesiederball in der Hofburg. Da wird in fast allen Prunksälen getanzt. Und in der Julius Meinl Lounge gibt's Kaffee zum Aufmuntern und Durchhalten. Auch wenn das Tanzbein schon etwas schmerzt.

Meine Frau und ich in der Meinl-Lounge beim Kaffeesiederball.

Meine Frau und ich in der Meinl-Lounge beim Kaffeesiederball.

Den Klassiker nach einer langen Ballnacht genießt man an einem der zahlreichen umliegenden Würstelstände: eine sogenannte "Eitrige" - auch als Käsekrainer bekannt. Vorsicht: Aufschneiden lassen – niemals reinbeißen (akute Brandblasengefahr durch heißen, flüssigen Käse).

Am Sonntag schläft man aus.

Nachmittags geht's ins neue Rapid-Stadion (die Betonung bei Rapid liegt auf dem "i") nach Hütteldorf. Fußball schauen - ja, das geht auch in Österreich. Mein alter Schulfreund und D-Jugend-Mannschaftskollege Andreas Müller (Ex-Schalker) war leider nur bis zur letzten Saison dort Sportdirektor. Ich gehe trotzdem noch hin: Erstens, weil ich nur 900 Meter entfernt wohne und zweitens, weil unser Neukunde Wien Energie der Rapid-Hauptsponsor ist.

Am Sonntagnachmittag geht's ins neue Rapid-Stadion (im Juli 2016 eröffnet).

Am Sonntagnachmittag geht's ins neue Rapid-Stadion (im Juli 2016 eröffnet).

Über Sieg oder Niederlage diskutiert man (am besten bis zum Sonnenuntergang) wieder im Zentrum auf der neuen Dachterrasse des Hotel Lamée. Der Blick über Wien und das Dach des Stephansdoms ist einfach umwerfend.

Blick von der neuen Dachterrasse des Hotel Lamée.

Blick von der neuen Dachterrasse des Hotel Lamée.

Jetzt noch Lust auf einen Tafelspitz oder ein Wiener Schnitzel? Das Gasthaus Pöschl oder das Café Engländer wären hierfür meine Empfehlungen.

Was? Das Wochenende ist schon vorbei?

Stephansdom, Prater, Wienerwald, Schloss Schönbrunn, Museumsquartier, Alte Donau - es gäbe noch so viel zu sehen in Wien. Da reicht ein Wochenende nicht aus. Obwohl wir schon 15 Jahre hier sind, entdecken wir nach wie vor an jedem Wochenende etwas Neues.

Darum müsst Ihr einfach auch öfter kommen.

In diesem Sinne: Servus und Baba!

Zur Person:

Ralf Kober ist Mitgründer und Beratungschef von Springer & Jacoby Österreich. 2002 gründete er zusammen mit seinem Kreativpartner Paul Holcmann den S&J-Ableger in Wien, der 2008 aus der S&J-Gruppe herausgelöst und eigenständig wurde. Vor seinem Wechsel nach Wien war Kober zwölf Jahre bei Springer & Jacoby in Hamburg tätig - als Berater, Geschäftsführer und Mitgesellschafter.


Autor:

W&V Redaktion
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