Gesagt, versucht und die Arschkarte gezogen: "Das ist ja eigentlich eine prima Idee, aber…", bekam er zu hören. Und dann wurden alle theoretischen und praktischen Probleme aufgezählt, die man sich vorstellen kann oder auch nicht. Alle sind lösbar und auch, wenn man miteinander redet, auf dem kurzen Dienstweg zu klären, aber die Nachbarschaft labt sich lieber an den Problemen und schaut weniger auf die möglichen Lösungen. Verständlich ist ein solches Vorgehen noch, wenn es um wirklich wichtige Dinge wie Autos und Fernseher geht. Aber hier reden wir über kleine Rasenstücke, die ganz bestimmt nicht englischen Ansprüchen gerecht werden sollen.

Man kann mir jetzt vorwerfen, dass man wegen eines Einzelfalls nicht schlechterdings die gesamte Idee verdammen darf. Das stimmt natürlich auf der einen Seite. Andererseits gibt es aber durchaus erste Studien, die im Ergebnis in eine ganz ähnliche Richtung deuten, wie etwa diese Untersuchung des GfK-Vereins im Auftrag von "Spiegel Online". In Wahrheit geht es bei der sog. Share Economy ohnehin nicht um eine Ökonomie des Teilens, wie "Cicero"-Kolumnist Alexander Grau völlig zutreffend schreibt, sondern lediglich darum, in einem durchkommerzialisierten Alltag sein Privateigentum noch gewinnbringender zum Einsatz zu bringen.

Was lernen wir daraus? - Share Economy hört sich toll an, so lange man darüber nur spricht und schreibt. Schwieriger wird es, wenn man es ausprobiert und tatsächlich umsetzen möchte. Dann haben wir lieber den eigenen Rasenmäher oder auch den teuren Schlagbohrer in der Garage oder im Keller. Natürlich staubt beides vor sich hin, aber was da vor sich hin staubt, ist wenigstens unsers.

Über den Autor:

Heiko Burrack (geb. 1967) schloss 1995 sein BWL-Studium mit dem Schwerpunkt Marketing an der Uni Göttingen ab. Danach arbeitete der Diplomkaufmann in der Kundenberatung unterschiedlicher Agenturen (Dorfer Dialog, McCann Erickson). Im Jahr 2003 gründete er die Agenturberatung Burrack NB-Advice. Er ist auch Autor diverser Bücher zu Agenturthemen.


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