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Saatchi-Chef Kevin Roberts: "Facebook in drei Jahren tot"

Im Interview mit der "Wirtschaftswoche" sieht er schwarz für die Online-Riesen. Facebook, aber auch Google werden Roberts zufolge keinen nachhaltigen Erfolg haben.

Text: Susanne Herrmann

21. Oct. 2014 - 12 Kommentare

Im Interview mit der "Wirtschaftswoche" sieht er schwarz für die Online-Riesen. Facebook, aber auch Google werden Kevin Roberts zufolge keinen nachhaltigen Erfolg haben. Der Chef der Agentur Saatchi & Saatchi findet Facebook zu konservativ. Folge: Die Jugend werde abspringen.

Und dem Suchmaschinen-Konzern Google spricht Roberts die Emotionalität ab. Und wirft dem Unternehmen vor, Kreative von Werbeagenturen abzuwerben, um dieses Loch zu schließen. Wenig überraschend stellt Roberts fest, nur Agenturen gelinge es, die Kultur für Ideen zu schaffen und Menschen zu berühren, zitiert ihn die "Wirtschaftswoche". 

Auf Talfahrt also laut dem Werber die derzeit sehr erfolgreichen Internet-Riesen. Bergauf dagegen geht es Roberts zufolge mit Saatchi: "In Deutschland, wo Christian Rätsch seit einem Jahr das Geschäft verantwortet, haben wir das beste Jahr unserer Geschichte, wir gewinnen hier sehr viele gute Kunden und verlieren keine", sagt Roberts der "Wiwo". Er sieht den Deutschland-Ableger 2015 wieder unter den fünf besten Kreativagenturen. Und auch in anderen Ländern gehe es seinen Dependancen gut.

Ein Konter wird nicht lange auf sich warten lassen. Da Facebook und Google hierzulande als Bedrohung für die Werbeumsätze als auch für die klassischen Werbemedien gelten, kann Roberts' Kampfansage leicht als Pfeifen im Wald verstanden werden.

Roberts selbst sieht ebenfalls dem Ende seiner Laufbahn entgegen: Saatchi & Saatchi bekommt zum 1. Januar 2015 einen neuen CEO (W&V Online berichtete). Robert Senior übernimmt, Kevin Roberts wird dann Executive Chairman des Networks und dazu Head Coach der Publicis-Gruppe. Im Jahr 2016 soll er zusammen mit Maurice Lévy ganz abtreten. Seit 1997 war Roberts der Boss von Saatchi. Google gibt es seit 1998, Facebook seit 2004.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Und setzt sich als ehemalige Textchefin und Gelegenheitslektorin für Sprachpräzision ein. Ihre Lieblingsthemen reichen von abenteuerlustigen Gründern über Super Bowl bis Video on Demand – dazwischen bleibt Raum für Medien- und Marketinggeschichten.



12 Kommentare

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Anonymous User 25. Oktober 2014

Wer schreibt so schlecht und zusammenhanglos über so uninteressante Aussagen?

Anonymous User 22. Oktober 2014

Er hat Recht. Meine Kinder Texten sich nur noch über Saatchi. Bilder teilen sie über BBDO und Termine werden per Serviceplan vereinbart.
Suchmaschine ist die Heimat.
Was sie auf diesem Ogilvy so den ganzen Tag machen habe ich nicht so ganz verstanden, aber eines ist sicher:
Google und Facebook sind tot.

Anonymous User 22. Oktober 2014

wie verzweifelt muss eine Agentur sein, wenn sie die eigen Bedeutung mit Polemik rechtfertig… Sagt bitte, dass der Artikel wenigstens gekauft ist ;-)

Anonymous User 22. Oktober 2014

Wow. Der redaktionelle Witz. S&S schafft zuerst die Glaubwürdigkeit und dann sich selbst ab. Und das in aller Öffentlichkeit. Chapeau

Anonymous User 22. Oktober 2014

Die Aussage von Rätsch ist bemüht, der Artikel ist bemüht und saatchi & saatchi ist auch stets bemüht. WUV ist bemüht, diese Bemühungen in die von zu vielen Bemühungen überbemühte Welt zu tragen. Mühsam!

Anonymous User 22. Oktober 2014

Werbeagenturen gelinge es als einzigen, die Kultur für Ideen zu schaffen, die "Menschen berühren und sie mit Produkten eins werden lassen".

Man muss nur ganz fest dran glauben...

Anonymous User 21. Oktober 2014

Ist Herr Rätsch nicht jener Herr, der sich in der Mindestlohndebatte gegen Bezahlung von Prakitkanten aussprach? Hoppla und plötzlich das beste Jahr der Firmengeschichte? Nachdem sich Rätsch nicht mehr profilieren kann, wird nun ein anderer Hund von der Leine gelassen, der mit alten Thesen neue Aufmerksamkeit erhaschen will. Arme arme Agenturwelt - bin ich froh, da raus zu sein. Ganz ohne Profilneurotiker und unbezahlte Überstunden habe ich mehr vom Leben - mehr Zeit, mehr Geld, mehr Freude.
Ich glaube solche Thesen gehören mittlerweile bei S&S zum Geschäft -einfach um im Gespräch zu bleiben. Nach Rätsch kommt Roberts und danach eben der nächste Brandstifter. Bei Facebook würde man schreiben: laaaaaangweilig

Anonymous User 21. Oktober 2014

Wenn der Herr Roberts mal wieder in die Medien erscheinen will und dazu eine sechs Monate alte These von Anderen ausgraben und als Seine Idee verkaufen muss.. das passt!

http://www.n-tv.de/technik/Ist-Facebook-in-drei-Jahren-tot-article12143231.html

Anonymous User 21. Oktober 2014

Saatchi ist in 2 Jahren tot.

Anonymous User 21. Oktober 2014

Ich hoffe nur, es handelt sich nicht um den Herren hier:

Christian Rätsch (* 1957 in Hamburg[1]) ist ein deutscher Altamerikanist und Ethnopharmakologe. Sein Fachgebiet ist die Erforschung des ethnomedizinischen und rituellen Gebrauches von Pflanzen, insbesondere der kulturellen Nutzung psychoaktiver Pflanzen im Schematismus.

:-)

Anonymous User 21. Oktober 2014

Wer ist Rätsch? Und was macht Saatchi so Großartiges? Und was hat das alles mit Facebook zu tun? Natürlich verschwindet so langsam die Sexiness von Facebook! Aber ist das überraschend?

Anonymous User 21. Oktober 2014

Zuckerberg geht. Rätsch kommt.

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