Dachmarkenkampagne der Deutschen Bahn :
So wirbt BBDO für 25 Jahre Bahncard

Die Deutsche Bahn feiert. Seit 25 Jahren gibt es die Bahncard, die Vielfahrern einige Vergünstigungen bietet. Die Werbung dazu kommt von BBDO Berlin.

Text: Susanne Herrmann

In den 90er-Jahren telefonierten wir noch mit riesigen Handys. Aber hatten schon ne Bahncard: Spot der Deutschen Bahn.
In den 90er-Jahren telefonierten wir noch mit riesigen Handys. Aber hatten schon ne Bahncard: Spot der Deutschen Bahn.

Unter dem Motto "Spart bei jeder Fahrt" startet die Werbeagentur BBDO Berlin zum 2. Oktober die neue Dachmarkenkommunikation für die Bahncard der Deutschen Bahn. Denn die Vielfahrerkundenkarte wird 25 Jahre alt. 

Steilvorlage für die Kreativen: Der Auftaktspot schickt den Zuschauer natürlich auf eine Zeitreise ins Jahr 1992. Und was gab es alles zu staunen in der "guten alten Zeit"! Schnurrbärte und Vokuhila-Frisuren hatten sich aus den 80ern herübergerettet, Handys waren selten und riesig, wer mobil Musik hören wollte, hatte keinen winzigen iPod oder das Smartphone mit Spotify-App dabei, sondern einen Ghettoblaster mit Musikkassette oder CDs.

An all das erinnert der Zugbegleiter, der auch die Hauptrolle in den weiteren geplanten Kampagnenmaßnahmen spielen und dabei natürlich stets auf ganz unterschiedliche Fahrgäste treffen wird. Er ist das sympathische Gesicht der Bahn, hilfsbereit und professionell. "Unser Zugbegleiter als Repräsentant und Aushängeschild des Fernverkehrs ist durch seine Kundennähe der ideale Botschafter für unsere Kampagne. Er präsentiert auf sympathische Weise die Jubiläums-Bahncard", sagt Michael Peterson, Marketingvorstand DB Fernverkehr. 

Der Zugbegleiter weiß auch: Nicht alles war früher besser. Denn heute kostet die Bahncard 25 nur 25 Euro. Ein Jubiläumspreis, denn sonst kostet die Kundenkarte 62 Euro. Die Bahncard nutzen laut Deutsche Bahn derzeit gut 5 Millionen Kunden.

"Nicht allen Reisenden ist die Vielseitigkeit und Angebotsvielfalt unseres Bahncard-Angebots bekannt. Das möchten wir mit der Kampagne auf unterhaltsame Weise ändern", sagt Antje Neubauer, Leiterin Marketing bei der Deutschen Bahn.

Der Fernsehspot wird ab heute auf reichweitenstarken Sendern eingesetzt und ist der Auftakt einer langfristigen Dachkampagne für die Kundenkarte. Hinzu kommen Print-, OOH-, Online- und Radiowerbung. "Die Kampagne überzeugt durch ihre abgeschlossenen Kurzgeschichten, ist entspannt inszeniert, unterhält und informiert zugleich", kündigt Franzis Heusel an, Geschäftsführer Beratung bei BBDO Berlin.

Für die aktuelle Arbeit sind bei BBDO neben Heusel der Geschäftsführer Kreation Tobias Grimm, die CDs Heiner Twenhaefel (Text) und Björn Kernspeckt (Art) verantwortlich; Strategie: Philipp Schwartz. Produktion: Bigfish; Regie: Micky Sülzer.

BBDO Berlin verantwortet seit Anfang 2016 große Teile der Marketingkommunikation für den Fernverkehr der Deutschen Bahn. Der Etat umfasst Werbe- und Kommunikationsdienstleistungen in den Bereichen Marken-, Produkt- und Angebotskommunikation.

Die Deutsche Bahn hatte ihren Etat 2015 ausgeschrieben. Gemeinsam mit BBDO schafften es Jung von Matt und der langjährige Etathalter Ogilvy ins Pitchfinale. Im Januar 2016 entschied die Bahn schließlich, den Etat an Ogilvy und BBDO gemeinsam zu vergeben. Gabriele Handel-Jung, Marketingleiterin der Deutschen Bahn, sagte damals: "Wir haben uns bewusst für eine Zusammenarbeit mit zwei Agenturen entschieden, da die Anforderungen an das Marketing immer weitreichender werden und sich die Konzepte von Ogilvy und BBDO optimal ergänzen." 

Auch von Ogilvy gab es in diesem Jahr schon Arbeiten für die DB zu sehen, zum Beispiel diese ironischen Motive für Bahnkomfort.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Und setzt sich als ehemalige Textchefin und Gelegenheitslektorin für Sprachpräzision ein. Ihre Lieblingsthemen reichen von abenteuerlustigen Gründern über Super Bowl bis Video on Demand – dazwischen bleibt Raum für Medien- und Marketinggeschichten.