W&V Top 5 Club :
Top-5-Club: Die besten Zitate aus dem Werber-Chat

Guido Heffels, Thomas Strerath, Reinhard Patzschke, Karen Heumann und Ulrich Klenke eine Woche lang im Whatsapp-Chat: Hier fünf ihrer besten Zitate.

Text: Daniela Strasser

- 5 Kommentare

Eine Woche lang bildeten die fünf Top-Werber eine Whatsapp-Chatgruppe.
Eine Woche lang bildeten die fünf Top-Werber eine Whatsapp-Chatgruppe.

Eine Woche lang haben fünf der wichtigsten deutschen Agenturchefs für W&V bei Whatsapp gechattet. Hier eine Auswahl der besten Zitate von Karen Heumann (Thjnk), Guido Heffels (Heimat), Thomas Strerath (Jung von Matt), Reinhard Patzschke (Grabarz & Partner) und Ulrich Klenke (Ogilvy & Mather).

Strerath über Charaktere in der Werbung:

"(...) ist nicht das eben auch das Problem? Dass in dieser Welt der totalen Anpassung, in der niemand mehr auffallen will/soll, eben niemand mehr eine Meinung vertritt? Wir vermissen die kantigen Typen, aber wehe, jemand zeigt dann eine. Dann ist er schnell Angeber und dann freut sich die ganze Branche, wenn demjenigen Grenzen aufgezeigt werden, wenn Fehler gemacht werden. You can't have it both ways."

Heffels über Credit-Lists von Kampagnen und ungeschickte Recruitingversuche:

"Ich habe vor Jahren mal einen Texter erfunden und ihn in die Credits gepackt bei ein paar Sachen. Es hat keine Woche gedauert da kamen die Anrufe der HR-Leute. Hab ich alle mal mitgeschnitten, aber nie veröffentlicht. Sehr lustig, wie desinformiert manche sind. Schlimmer noch: dämlich."

Patzschke zum Thema Work-Life-Balance:

"Zum Thema Work-Life-Balance (eines meiner Lieblingsthemen): Kann work nicht auch life sein? Kann life nicht auch in work stecken? Im Wort und/oder seiner aktuellen Nutzung und Interpretation wird Arbeit fast schon verteufelt und muss dann unbedingt ausgeglichen werden. Gerade beim völlig nachvollziehbaren Wunsch nach offeneren Strukturen und flexibleren Arbeitsmodellen ist eine Trennung beider Begriffe à la Industriezeitalter nicht erfolgsversprechend (...) Wenn ich meine Arbeit gut machen möchte und Beruf als Berufung verstehe, sehe ich überall Neues, Ideen, Stoff, Content, Inspiration etc., was mir im Job helfen kann. Ja, die Lebensmodelle ändern sich, darauf kann man Rücksicht nehmen, das hat aber nichts mit Work-Life-Balance zu tun. Und wenn sich heute - nicht nur in der Kommunikation - weniger Menschen bedingungslos einer Arbeit hingeben, soll man nicht über zu wenig Geld jammern. Sind Start-ups die neuen Agenturen? Arbeiten dort die Menschen alle nur 9-5, trinken Käffchen und stecken sich mit 26 die Taschen voll?"

Heumann zur Frage, was sie an der Branche stört:

"(...) Was mich ärgert, ja teilweise regelrecht die Lust auf die Branche nimmt, ist das Falschgeld Awards. Vor dem Aufschrei der Kreativen dazu so viel: Ich bin sehr dafür, dass unsere Talente tolle Ideen auch ohne Kundenbriefing in die Welt bringen können sollten - da wo es sich für eine Sache lohnt. Aber heute ist die Award-Maschinerie eine teure Parallelwelt mit letztlich wenig Aussagekraft, das wissen wir alle, aber (fast) alle spielen mit."

Klenke über die fehlende Leichtigkeit zwischen Markenverantwortlichen und ihren Agenturen:

"(...) Ich vermisse oft die Leichtigkeit und Entspanntheit. Aber da kommt leider die GWA-Kunde-Agentur-Studie ins Spiel. Spielerisches bleibt auf der Strecke, wenn ausschließlich Performance zählt und Beziehungen eher Affären sind. Der Trend zeigt in die falsche Richtung."

Den ausführlichen Chatverlauf lesen Sie in der aktuellen Titelgeschichte der W&V (Ausgabe 6/2017 vom 6.2.). (cob/ds)

Whatsapp-Profilbilder der fünf Agenturchefs (Fotos: privat)

Whatsapp-Profilbilder der fünf Agenturchefs (Fotos: privat)


Autor:

Daniela Strasser, W&V
Daniela Strasser

Redakteurin bei W&V. Interessiert sich für alles, was mit Marken, Agenturen, Kreation und deren Entwicklung zu tun hat. Außerdem schreibt sie für die Süddeutsche Zeitung. Neuerdings sorgt sie auch für Audioformate: In ihrem W&V-Podcast "Markenmenschen" spricht sie mit Marketingchefs und Media-Verantwortlichen über deren Karrieren.



5 Kommentare

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Anonymous User 9. Februar 2017

Unendlich peinlich, was diese "wichtigen" Vorzeige-Werber hier rausposaunen. Hier mal eine Antwort von einem unwichtigen Typen:

@Strerath: Bitte nicht Meinung mit Profilierungssucht verwechseln. Du bist nur ein Werber wie wir alle. Angeber mag keiner.

@Heffels: Du erfindest einen Menschen und wunderst dich, dass den keiner kennt? Merkste selber, oder?

@Patschke: Arbeit wird nicht verteufelt. Nur beschissene Konditionen. Und die gibts in der Branche zu Hauf. Geh mal mit der Zeit und kapier, dass es auch Menschen gibt, die sich nicht den Arsch für nix aufreissen und lachend ind die Kreissäge rennen.

@Heumann: Ich kenn dich nicht, aber ich mag dich. Nur bitte bitte hör auf, da mitzumachen.

@Klenke: Häh? Bin Kreativer. Aber ja, Entspannung ist alles!

LG

Anonymous User 9. Februar 2017

Zitat: "Ja, die Lebensmodelle ändern sich, darauf kann man Rücksicht nehmen, das hat aber nichts mit Work-Life-Balance zu tun."

Doch, hat es. Ein guter Arbeitgeber geht nämlich dann auch auf die veränderten Lebensmodelle ein und erwartet nicht, dass sich der Arbeiter dann einen neuen Job suchen muss. Das ist das eklatante Fehldenken: Wenn die jungen Leute Spaß daran haben, weil ihnen die Arbeit etwas bedeutet, profitiert die Agentur von der "ausgeglichenen" Work-Life-Balance, aber wenn Familienplanung oder ein anderes Lebensmodell (z. B. auf Teilzeitbasis, Home Office, Paternity oder einfach ein 9-to-6-Job) für den Mitarbeiter wichtiger werden, dann ist das neue Lebensmodell eben nicht mehr mit dem bisherigen Job vereinbar. Auf dieser Basis eine Work-Life-Balance zu führen ist eine sehr kapitalistische Denkweise,... und zwar aus dem Industriellen Revolution.

Anonymous User 8. Februar 2017

@1+1=1: Prinzipiell ist gegen ein "work is life" und umgekehrt ja auch nichts einzuwenden. Nur der verallgemeinernde Unterton in Verwendung des allgemeinen "man" stößt mir da auf. Man muss gar nichts. Jeder darf für sich entscheiden, was "work-life" für ihn bedeutet. Und das sogar Branchenübergreifend.

Anonymous User 8. Februar 2017

Work ist life und life ist work. Die Menschen, die strikt life und work trennen müssen, sind mMn arm dran und anscheinend im falschen Berufsfeld/in der falschen Funktion tätig. Unterschreibe somit die Aussage von RP, denn nur mit dieser "echten" Motivation aus einem selbst heraus, kann man sich langfristig wohlfühlen und gleichzeitig stetig besser werden.

Anonymous User 8. Februar 2017

Work ist work und life ist life. Wann versteht ihr Ärmsten das endlich?

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