Data Academy :
Warum Tom Alby und Cornelius Kölblin für BBDO noch einmal die Schule besuchen

Die BBDO-Gruppe baut um. Ihr Digital Lab heißt jetzt XLab. Und die Agentur gründet gleich noch eine Data Academy. Dort dürfen alle die Schulbank drücken, die wollen.

Text: Conrad Breyer

Tom Alby liebt seinen Job. Er wäre ein guter Mathelehrer geworden.
Tom Alby liebt seinen Job. Er wäre ein guter Mathelehrer geworden.

Tom Alby wäre sicher ein guter Mathematiklehrer geworden. Er versteht es, seinen Leuten die Angst vor der Materie zu nehmen und sie zu begeistern. Für Zahlenkolonnen, Statistiken, kurz: Daten. "Wer in der Schulzeit schlechte Erfahrungen mit Mathe gemacht hat, schaut erst mal skeptisch", sagt Alby und lacht. Als Director Data & Analytics der Agentur Interone (BBDO) kennt er sich aus; er unterrichtet an der Hochschule, publiziert. Seit Neuestem leitet er auch noch die Data Academy der BBDO Group in Deutschland.

Die Data Academy hat BBDO eigentlich für ihre Mitarbeiter gegründet, für alle Agenturen, die zur Gruppe gehören. Marketingmaßnahmen liefen heute immer datengestützt, sagt Cornelius Kölblin, VP Marketing & Strategy der BBDO Group, der die Akademie mit Alby aufgesetzt hat. "Mit der Data Academy geben wir unseren Strategen, Beratern und Kreativen das richtige Rüstzeug mit." Kölblin tritt überaus begeistert vor seine Schüler. Er sieht die goldenen Zeiten des Marketings erst noch kommen. Nie habe man die Wünsche der Konsumenten so gut nachvollziehen, ihnen so gut entsprechen können. Das alles dank Daten.

Die neue Data Academy ist Teil des XLABs

Kölblin wie Alby haben sehr schnell festgestellt, dass auch Kunden Nachhilfe wünschen. Die dürfen nun also mit ins Klassenzimmer und bald auch Lernwillige, die sonst nichts mit BBDO zu tun haben. "Wir wollen Kompetenz im Umgang mit Daten vermitteln", sagt Alby. Denn viele sammeln fleißig Zahlen und Fakten ein, wissen aber nicht, was sie damit anfangen sollen.

Die Data Academy ist Teil des Innovationslabors XLAB, das BBDO 2011 noch als Digital Lab gegründet hat. Sie haben es neu gebaut und umbenannt. Weil es heute nicht mehr um Digitales gehe, sondern um "Connected Consumer Experience" – und ums Experimentieren. Im XLAB Shop zum Beispiel, einer Zukunftswerkstatt, konstruieren sie Prototypen. Um zu testen, ob sich die eigenen Ideen auch umsetzen lassen.

Zufriedene Schüler, glückliche Lehrer

Tom Alby liebt seinen Job. "Wenn mir einer sagt: ‚Wow, Tom, jetzt hab ich verstanden, was eine Standardabweichung ist und wie ich das einsetzen kann, bin ich ziemlich zufrieden." Eine gute Schule!


Autor:

Conrad Breyer, W&V
Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er liebt alles, was Struktur hat in der Agenturwelt und Werbern unter den Nägeln brennt. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LSBTI-Rechte, insbesondere in der Ukraine.